VA Tech in Metallurgie auf Sanierungskurs

12. Februar 2002, 21:46
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Das Betriebsergebnis schrumpfte 2001 um vierzehn Prozent auf 80 Millionen Euro

Wien/Linz - Der Anlagenbauer VA Tech hat im Geschäftsjahr 2001 operativ um 14 Prozent weniger verdient. Das Betriebsergebnis (Ebit) blieb aber mit 80 Mio. Euro (1,1 Mrd. S) im Rahmen der Analystenerwartungen. Im Jahr davor lag das Betriebsergebnis noch bei 93 Mio. Euro.

Als Problembereich des Linzer Konzerns gilt seit langem die Metallurgiesparte, die VA-Tech-General Erich Becker einmal selbst als "Magengeschwür" in einem kerngesunden Unternehmen bezeichnete. Diese Sparte macht ca. 25 Prozent des Geschäftsvolumens aus. Die Restrukturierung laufe plangemäß.

Sehr positiv habe sich der Auftragseingang entwickelt, der mit plus 17 Prozent ein neues Rekordniveau von 4,55 Mrd. Euro erreicht habe. Dies sei vor allem auf Großaufträge im Wasserkraftwerksgeschäft zurückzuführen, sagen Beobachter. Der Umsatz konnte bei 3,998 Mrd. Euro, rund 55 Milliarden Schilling, konstant gehalten werden.

Jahresüberschuss konstant

Als Jahresüberschuss weist der Konzern konstante 30 Mio. Euro aus. Hauptsächlich sei dies auf den Verkauf des zehnprozentigen Aktienanteiles an der Voestalpine zurückzuführen. Ohne die Abgabe der Anteile wäre wohl ein Jahresverlust herausgekommen, sagte Bank-Austria-Analyst Alfred Reisenberger. Nun müsse der Konzern operativ beweisen, dass die Sanierung der Metallurgie gelingt, was "realistisch" erscheine.

Derzeit verhandelt der Austroamerikaner Gerhard Andlinger über einen Einstieg. Andlinger soll für knapp unter 20 Prozent an der VA Tech 100 Mio. Euro bieten.

VAI auf der Suche nach Allianzen

Der Metallurgiebereich (Voest-Alpine Industrieanlagenbau/VAI) der VA Tech sei angesichts der Marktschwäche dieses Bereichs derzeit nicht verkäuflich, doch seien Kooperationen denkbar, sagte VA Tech-Chef Erich Becker. In den nächsten Monaten werde überprüft, für welche Sparten der VAI Allianzen in Frage kämen, auch eine Kooperation für die komplette VAI schloss Becker Montagabend vor Journalisten nicht aus. Derzeit sei VAI dabei, die Mitarbeiterkapazitäten dem Markt anzupassen. Bis Jahresmitte 2002 wird der Mitarbeiterstand um insgesamt 700 auf 3.500 reduziert, die Hälfte des Personalabbaus erfolgt im Linzer Stammhaus.

(APA/miba, DER STANDARD, Printausgabe 12.2.2002)

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