Australien gestattet UNO Inspektion von Flüchtlingslager

11. Februar 2002, 08:03
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Howard ist stolz auf "Abschreckungsstrategie"

Canberra - Die australische Regierung ist nunmehr bereit, einem Gesandten der Vereinten Nationen Zutritt zu dem umstrittenen Flüchtlingslager Woomera zu gewähren. Ein Vertreter des UNO-Hochkommissariats für Menschenrechte dürfe das Lager in der australischen Wüste besuchen, sagte ein Sprecher von Außenminister Alexander Downer am Montag in Canberra. UNO-Hochkommissarin Mary Robinson hatte in der vergangenen Woche ihre tiefe Besorgnis über die Behandlung der Asylsuchenden in australischen Flüchtlingslagern ausgedrückt.

Rund 380 Asylbewerber hatten im Jänner mit Hungerstreiks und spektakulären Selbstmordversuchen auf die katastrophalen Bedingungen in den abgelegenen Internierungslagern und auf die schleppende Bearbeitung ihrer Asylanträge aufmerksam gemacht. In insgesamt fünf Wüstenlagern in Australien sind rund 3000 Flüchtlinge interniert. Viele warten bereits seit mehr als drei Jahren hinter Zäunen und Stacheldraht auf eine Entscheidung über ihr Schicksal. Die Behandlung der Asylbewerber ist im In- und Ausland auf scharfe Kritik gestoßen. Das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) hat gegen die Inhaftierung von Asylsuchenden protesteirt.

Premierminister John Howard hat unterdessen die Wirkung seiner restriktiven Flüchtlingspolitik gelobt. "Australien zählt nicht mehr zu den Ländern, wo man leicht aufgenommen wird", sagte er. Das sei der australischen "Abschreckungspolitik" zu verdanken. Die Zahl der illegalen Einwanderer sei in den vergangenen zwei bis drei Monaten deutlich zurückgegangen, betonte der Regierungschef, ohne allerdings genaue Zahlen zu nennen. (APA/Reuters)

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