52 Verletzte bei Fährunglück vor Gran Canaria

11. Februar 2002, 15:01
posten

Tragflächenboot abrupt abgebremst - Knochenbrüche und Prellungen die Folge

Las Palmas/Madrid (APA/dpa) - Bei einem Schiffsunglück vor der Kanaren-Insel Gran Canaria sind 52 Menschen verletzt worden, drei von ihnen schwer. Kurz nach dem Ablegen in Las Palmas sei die hintere Tragfläche des Tragflügelbootes gebrochen, teilten die Behörden am Montag mit.

Dadurch sei die Fähre abrupt abgebremst worden und auf dem Wasser aufgeschlagen. Möglicherweise sei sie zuvor mit einem Wal oder einem auf der Oberfläche schwimmenden Gegenstand kollidiert. Zahlreiche der 102 Passagiere wurden durch die Schiffskabine geschleudert. Die Opfer zogen sich Knochenbrüche und Prellungen zu.

Menschen aus ihren Sitzen geschleudert

Die "Princesa Teguise" war auf dem Weg nach Teneriffa und hatte zum Zeitpunkt des Unglücks am Sonntagabend mit 42 Knoten (fast 78 km/h) annähernd die Höchstgeschwindigkeit erreicht. "Die Menschen wurden meterweit aus ihren Sitzen geschleudert oder schlugen mit dem Kopf auf den Vordersitz", sagte ein Reisender. Am schlimmsten traf es jene, die entgegen den Vorschriften nicht angeschnallt waren.

Unter den Schwerverletzten ist auch ein vierjähriges Mädchen. Eines der Opfer wird nach Angaben der Ärzte möglicherweise gelähmt bleiben. Auch drei der fünf Besatzungsmitglieder mussten behandelt werden. "Es war ein Gefühl, als ob man mit einem Flugzeug in ein Luftloch fällt", berichtete ein anderer Passagier. An Bord sei Panik ausgebrochen.

Wie ein Flugzeugaufprall

"Wenn die Fähre bei voller Fahrt plötzlich eine Vollbremsung macht, ist es fast wie der Aufprall eines Flugzeuges", erklärte ein Sprecher der Firma Trasmediterranea. Viele Passagiere hätten auch Nervenkrisen erlitten, berichtete die Lokalpresse. Bis Hilfe eintraf, sei das Schiff zunächst fast eine Stunde führerlos auf dem Meer getrieben. Dies habe zu noch mehr Unruhe an Bord geführt. Bis die Fähre in den Hafen zurückgeschleppt und die Verletzten in Krankenhäuser gebracht werden konnten, seien weitere vier Stunden vergangen. (APA/dpa)

Share if you care.