Altersteilzeit beliebter und teurer als erwartet

10. Februar 2002, 20:17
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Dramatischer Anstieg im vergangenen Jahr

Wien - Das von der Regierung mit Jänner 2000 installierte Modell der Altersteilzeit wird immer massiver in Anspruch genommen: Waren es im Jänner des Vorjahres nur 1968 ältere Arbeitnehmer, die dieses Angebot genutzt haben, stieg die Zahl bis Ende Dezember 2001 schon sprunghaft auf 9247. Jetzt hat sie mit 11.200 den dramatischsten Anstieg seit ihrem Bestehen vollzogen.

Werden alle Anträge ausfinanziert, wäre die Arbeitslosenversicherung mit mehr als 436 Mio. Euro (sechs Mrd. S) belastet, meint Gernot Mitter von der Arbeiterkammer. Im Gespräch mit dem STANDARD befürchtet er deshalb, dass diese Aktion "entweder als zu teuer vor ihrer Befristung Ende 2003 abgedreht wird oder die Subventionsanreize hart beschnitten werden".

Über den Erwartungen

Das Modell der Altersteilzeit sieht vor, dass Frauen ab dem 50. Lebensjahr und Männer ab 55 eine Reduktion ihrer Arbeitszeit bis auf 40 Prozent vereinbaren können. Dabei wird der Lohn ebenfalls auf diesen Prozentsatz reduziert. Außerdem zahlt das - generell an Budgetnöten leidende - Arbeitsmarktservice (AMS) die Hälfte der Differenz auf den bis dahin bezahlten Lohn zusätzlich drauf.

Damit, dass diese Regelung derart massiv angenommen wird, hat man im Ressort Bartenstein jedoch nicht gerechnet. Man war zunächst nur von 1000 Beziehern ausgegangen. Im Wirtschaftsministerium interpretiert man die große Nachfrage damit, dass die Altersteilzeit nicht nur von denen genützt wird, welche die Zielgruppe darstellen, sondern auch von jenen "die sowieso einen Kündigungsschutz haben." Heuer soll eine Evaluierung im Hinblick auf die mögliche Fortführung und die Finanzierung der Aktion durchgeführt werden. (Monika Bachhofer, DER STANDARD, Printausgabe 11.2.2002)

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