Stoiber: In der Transitfrage geht "zu wenig weiter"

10. Februar 2002, 21:32
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CDU-Kanzlerkandidat: "Gemeinsam mit Schüssel stärker in die Hand nehmen" - Österreich "in Sachen Bildung Vorbild"

Mayrhofen - Für den bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber geht in der Transitfrage "zu wenig weiter". Der Brennerbasistunnel müsse kommen, sagte Stoiber in einem Interview mit der "Tiroler Tageszeitung" (TT/Montagsausgabe). Der deutschen Bundesregierung sei der Ausbau der Bahnstrecke München-Innsbruck-Verona zu wenig wichtig. "Gemeinsam mit Wolfgang Schüssel möchte ich das künftig viel stärker in die Hand nehmen", wird der Kanzlerkandidat der deutschen Unionsparteien bei der im Herbst stattfindenden Bundestagswahl zitiert.

Stoiber streute gegenüber der "TT" auch dem österreichischen Bildungssystem Rosen: "Österreich ist für mich in Sachen Bildung ein Vorbild." Die Ergebnisse der Pisa-Studie hätten gezeigt, dass Österreichs Schüler in den Unterrichtsfächern Deutsch und Mathematik sowie in den Naturwissenschaften deutlich besser gebildet seien als die Schüler Deutschlands. Bayern habe daher bereits eine "Studie in Auftrag gegeben, die Aufschlüsse darüber bringen soll, warum unser Bildungssytem hinter jenem Österreichs liegt", so Stoiber. Im Zuge der "68er Generation" seien Einstellungen wie Leistungsbereitschaft und Ordnung "über Bord geworfen worden".

Stoiber sprach sich auch klar für ein Europa der Regionen aus. Dieses sehe er "aber nicht als Gegensatz zu einem Europa der Nationen. An einer Bündelung der Kräfte in den Regionen führt aber kein Weg vorbei". Der CSU-Chef hielt sich am Sonntag zum Schifahren in Mayrhofen im Zillertal auf, wo er sich mit Bundeskanzler Schüssel (V) und dem EU-Koordinator für den Stabilitätspakt in Südosteuropa, Erhard Busek (V), traf. (APA)

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