Riesenhafte illegale Archäologie-Sammlung beschlagnahmt

3. August 2003, 18:41
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Spanier hortete 200.000 Beutestücke in seinem Landhaus

Sevilla - Die spanische Polizei hat die bisher größte Sammlung illegaler archäologischer Fundstücke des Landes beschlagnahmt. Im andalusischen Ecija nahe Sevilla stießen die Fahnder nach Presseberichten vom Sonntag auf rund 200.000 Gegenstände unschätzbaren historischen und künstlerischen Werts, die im Laufe mehrerer Jahre von Plünderern aus antiken Grabstätten entwendet worden waren. Unter den bis zu 5.000 Jahre alten Stücken seien römische Waffen und Münzen, eine überdimensionale Löwenskulptur aus der Zeit der Iberer sowie phönizische Keramiken.

Die Fundstücke waren in einem Landhaus teils in Glasvitrinen aufbewahrt worden. Der Besitzer, dem nun ein Verfahren wegen Plünderung staatlichen Kulturbesitzes droht, hatte die Gegenstände sogar katalogisiert. Die Ermittlungen haben ergeben, dass viele der Gegenstände aus Grabstätten stammen, die bisher gar nicht bekannt waren. Sie sollen nun unter Schutz gestellt werden.

Die Sammlung gibt Historikern nach den Worten des Archäologen Jose Manuel Rodriguez neue Einblicke in die frühzeitliche Geschichte Spaniens und Portugals. So seien auch antike Siegel entdeckt worden, die den Handel mit Olivenöl im Süden der Iberischen Halbinsel dokumentierten. (APA/dpa)

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