Halle Berry: "Ich bin in meinem Leben schon häufiger als Nigger bezeichnet worden."

10. Februar 2002, 18:17
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US-Schauspielerin ortet trotz gesellschaftlicher Veränderungen noch immer Rassismus in den USA

Berlin - Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sind in den Vereinigten Staaten nach Ansicht von US-Schauspielerin Halle Berry ("Passwort: Swordfish") immer noch nicht ausgerottet. "Rassismus existiert in den USA immer noch", sagte Berry in einem Gespräch zu ihrem neuesten Film "Monster's Ball", der am Samstag in Berlin im Wettbewerb der 52. Berlinale gezeigt wurde.

Thematische Bandbreite zwischen Rassismus und Todesstrafe

Die 35-jährige Berry spielt in dem langsamen Melodram die farbige Leticia, die auf den rassistischen Henker (Billy Bob Thornton) ihres Mannes trifft. Der deutsch-schweizerische Jungregisseur Marc Forster ("Everything put together") setzt sich in dem Streifen mit den Themen Rassismus, Einsamkeit, Selbstmord, Armut, Todesstrafe und Sexualität auseinander.

Offene Fremdenfeindlichkeit

Vor allem die Thematisierung von Fremdenfeindlichkeit habe sie in dem Drehbuch überzeugt, sagte Berry. In der US-Gesellschaft seien Veränderungen zwar deutlich zu erkennen, sie begegne aber immer noch offener Fremdenfeindlichkeit. "Ich bin in meinem Leben schon häufiger als Nigger bezeichnet worden." Eine Karriere als Schauspielerin habe sie sich wegen ihrer Hautfarbe lange Zeit nicht vorstellen können. "In Film und Fernsehen traten nie schwarze Frauen auf."

USA braucht Kritik aus dem Ausland

Regisseur Forster will mit "Monster's Ball" Probleme in der US- Gesellschaft beschreiben. "Ich denke, Hollywood braucht ausländische Regisseure, um kritische Filme über die USA zu machen", sagte der Deutsch-Schweizer. (APA/dpa)

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