Ein Toter bei Explosion in Mazedonien

10. Februar 2002, 17:17
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Haus eines Polizisten in Albanergebiet offenbar mit Sprengfalle präpariert

Skopje - Bei der Explosion eines Sprengsatzes ist am Sonntag in Mazedonien ein Mann ums Leben gekommen und ein zweiter lebensgefährlich verletzt worden. Wie die staatliche mazedonische Nachrichtenagentur MIA meldete, war der Sprengsatz an einer Haustür im Ort Arancinovo nahe der Hauptstadt Skopje angebracht gewesen und beim Öffnen der Tür explodiert. Arancinovo war im vergangenen Sommer Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen albanischen Rebellen und mazedonischen Sicherheitskräften. Beide Anschlagsopfer sind ortsansässige Mazedonier.

Das leer stehende Haus im mehrheitlich von Albanern bewohnten Ort habe einem mazedonischen Spezialpolizisten gehört, sagte ein Polizeisprecher. An der Tür sei offensichtlich eine Sprengfalle angebracht worden. Der Bruder des Besitzers, Aco Stojanovski (36), starb auf dem Weg ins Krankenhaus, während sein Begleiter Tomislav Spasovski mit schweren Verletzungen eingeliefert wurde.

Juni: Autonomie für Waffenstillstand

Im Juni hatten Regierungseinheiten Aracinovo unter Einsatz von Panzern, Artillerie, Kampfhubschraubern und Maschinengewehrfeuer belagert, um die albanischen Rebellen zu vertreiben, die die Stadt besetzt hatten und die zehn Kilometer entfernt gelegene Hauptstadt mit Mörserbomben bedrohten. Nach einem unter internationalem Druck zustande gekommenen Friedensabkommen im August legten die Rebellen die Waffen nieder. Dafür verpflichtete sich die mazedonische Regierung, den Albanern mehr Autonomie und Minderheitenrechte einzuräumen.

Den jüngsten größeren Zwischenfall in der ehemaligen jugoslawischen Republik gab es im November, als in der Nähe von Trebos drei Polizisten getötet wurden, als sie ein angebliches Massengrab im von Rebellen kontrollieren Gebiet absichern wollten. (APA/dpa/Reuters)

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