"Es ist eine weise Entscheidung"

28. Februar 2002, 13:23
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Ferrari lässt zum Saisonauftakt in Melbourne den neuen Wagen in der Garage

Stuttgart - Im Vorjahrs-Wagen startet Michael Schumacher seine Jagd auf Juan Manuel Fangios Fabelrekord von fünf Formel-1-Weltmeistertiteln. "Es ist eine weise Entscheidung, in Melbourne mit dem alten Auto anzutreten. Standfestigkeit hat Priorität, und wir wissen, dass wir mit dem F2001 ein schnelles und zuverlässiges Auto haben", begrüßte der vierfache Champion die Entscheidung von Sportdirektor Jean Todt.

"Wir können entspannt sein"

Schumacher macht sich keine Sorgen, dass er mit der "alten Kiste" der Konkurrenz nur hinterherzuckeln könnte. Der rote Renner war im Vorjahr der dominierende Bolide und machte im Gegensatz zu den McLaren-Mercedes und Williams-BMW kaum Probleme. Und bei den Testfahrten nach der Winterpause erwies sich der F2001 wieder als schnell und standfest. "Wir können entspannt sein", betonte der 33-jährige Deutsche.

Der haushohe WM-Favorit könnte es sogar verschmerzen, wenn er beim Großen Preis von Australien am kommenden Sonntag (Start: 04.00 Uhr MEZ/live in ORF 1 und Premiere World) seinen Vorjahressieg nicht wiederholen könnte. "Mir ist ein zweiter Platz lieber als auszufallen. Bei den ersten Rennen ist es am wichtigsten, ins Ziel zu kommen. Diese Punkte können am Ende der Saison ausschlaggebend sein."

Nervosität in Italien

Die italienische Öffentlichkeit hingegen nimmt die Sache nicht so cool wie die Scuderia. Im Gegenteil herrschte eine gewisse Aufregung vor: "Was ist los mit dir, Ferrari?", titelte die Sporttageszeitung "Gazzetta dello Sport". "Der F2002 bleibt wegen der Probleme mit der Schaltung zu Hause, und der neue Motor für Melbourne macht im alten F2001 Probleme."

Schumacher bekam dies schon nicht mehr mit. Mit seiner Frau Corinna war er bereits am Freitag nach Australien geflogen, um sich rechtzeitig an den großen Zeit- und Temperaturunterschied zu gewöhnen. An einem - wie üblich - geheim gehaltenen Ort genoss der Rheinländer seine letzten freien Tage vor dem ersten offiziellen Presseauftritt am Donnerstag. (APA/dpa)

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