Anschlag auf israelische Militärbasis fordert vier Tote

10. Februar 2002, 22:31
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Zwei Soldatinnen erschossen - Beide palästinensischen Angreifer getötet - Hamas will Kampf fortsetzen

Jerusalem - Bei einem Überfall bewaffneter Palästinenser auf einen israelischen Militärstützpunkt sind am Sonntag zwei Frauen getötet und mindestens vier weitere Personen verletzt worden. Israelische Soldaten erschossen zwei Attentäter. Berichte, wonach einem dritten Angreifer die Flucht gelang, wurden zunächst nicht bestätigt. Vor dem Überfall in Bersheba war die israelische Armee in Nablus im Westjordanland eingerückt. Die EU will die Spirale der Gewalt mit einer neuen politischen Initiative durchbrechen.

In Bersheba ist das Südkommando der israelischen Streitkräfte untergebracht. Die palästinensischen Angreifer fuhren mit dem Auto vor dem Stützpunkt vor und eröffneten in der Nähe der Tore das Feuer. Viele der israelischen Soldaten verbrachten zu diesem Zeitpunkt gerade ihre Mittagspause auf der Straße. "Soldaten - Männer und Frauen - wurden getroffen. Beide Terroristen wurden getötet", sagte der Bürgermeister von Bersheba, Jaakov Terner. Die Behörden ermittelten, ob ein dritter Attentäter beteiligt war. Unbestätigten Berichten zufolge soll diesem - getarnt als israelischem Soldat - die Flucht gelungen sein. Das israelische Fernsehen berichtete, einer der Attentäter habe an seinem Körper auch eine Bombe befestigt gehabt. Einer der Verletzten schwebte nach Angaben von Rettungskräften in Lebensgefahr, der Zustand eines weiteren Verletzten wurde als ernst beschrieben.

Arafat für Fortsetzung des Kampfes

Der palästinensische Präsident Yasser Arafat erklärte in Ramallah, die Palästinenser würden in ihrem Kampf gegen die israelische Besatzung nicht nachlassen. "Die wiederholte israelische Eskalation gegen die Palästinenser wird nur den Willen zur Fortsetzung des Kampfes stärken", sagte Arafat, der seit Monaten in Ramallah faktisch unter Hausarrest steht. Die radikal-islamische Hamas-Organisation hatte am Samstag zur Fortsetzung des bewaffneten Kampfes gegen Israel aufgerufen, bis die israelische Besetzung aufhöre.

Die EU-Außenminister einigten sich bei ihren Beratungen am Wochenende in Caceres auf eine neue politische Initiative, mit der die Konfliktparteien wieder an den Verhandlungstisch gebracht werden sollen. Dazu liegen mehrere Ideen auf dem Tisch, über die in den kommenden Wochen weiter beraten werden soll. Die politische Diskussion müsse wieder in den Vordergrund rücken, sagte der seutsche Außenminister Joschka Fischer. Die EU-Minister seien sich einig, "dass der Nahe Osten Teil der europäischen Sicherheit ist". Insofern müsse Europa etwas tun. "Wir können es uns nicht erlauben, darauf zu warten, dass die Situation eskaliert," sagte Fischer. (APA/AP/Reuters/dpa)

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