Ladendiebstahl: Jedes vierte Mal steckt ein Verkäufer dahinter

10. Februar 2002, 20:15
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24 Milliarden Euro gingen europaweit im letzten Jahr dadurch in die "Privatwirtschaft"

Hamburg - Jeder vierte Ladendiebstahl in Europa wird von Angestellten begangen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Zentrums für Einzelhandelsforschung im britischen Nottingham, die die Zeitung "Bild am Sonntag" veröffentlichte. Beliebteste Tageszeit für die Beutezüge der Verkäufer seien die Abendstunden nach Geschäftsschluss, sagte der Chef des Zentrums, Joshua Bamfield, der Zeitung.

Das Risiko, erwischt zu werden, sei gering. "Die Sicherungssysteme in den Geschäften richten sich meist nur gegen die Kundschaft, nicht gegen die Mitarbeiter", sagte Bamfield. Zudem seien die Angestellten meist sehr gut darüber informiert, wie sich das Diebesgut unauffällig aus dem Laden schmuggeln lasse. Pro Beutezug richten sie durchschnittlich knapp 700 Euro Schaden an.

Gewöhnliche Ladendiebe hätten es schwerer, ihre Beute in Sicherheit zu bringen. Bei der Auswahl des Diebesguts unterscheiden sich die Ladendiebe in Europa kaum voneinander. "Ob Norweger, Deutscher oder Spanier: alle klauen das Gleiche", sagte Bamfield. Meist entschieden sich die Diebe für Alkohol, Designermode, CDs, Parfüm, Dessous und Schmuck. Durchschnittlicher Wert pro Klau: rund 51 Euro. Als weiteren gesamteuropäischen Trend machte die Studie aus, dass die Diebe immer stärker auf Qualität und Wert der Ware achteten. "30 bis 40 Prozent der Langfinger sind drogensüchtig und finanzieren so ihren Stoff", sagte Bamfield zur Begründung. Der Studie zufolge wurden in Europa im vergangenen Jahr insgesamt Waren im Wert von rund 24 Mrd. Euro geklaut. (APA)

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