Washington will Kolumbien erstmals direkte Militärhilfe zahlen

11. Februar 2002, 13:26
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Mit Geld soll Ölpipeline vor Rebellenangriffen geschützt werden

Bogota - Washington will die kolumbianische Armee erstmals direkt finanziell unterstützen. Mit 98 Millionen Dollar (113,1 Mill. Euro/1,56 Mrd. S) solle eine Ölpipeline vor möglichen Angriffen linksgerichteter Rebellengruppen geschützt werden, sagte die US-Botschafterin Anne Patterson am Sonntag der Zeitung "El Tiempo de Bogota". Die USA verfügten in Kolumbien über "300 strategische Orte der Infastruktur" vor allem in der Ölindustrie, sagte Patterson.

Mit der Militärhilfe, über die gegenwärtig im US-Kongress beraten werde, solle vor allem die 772 Kilometer lange Pipeline Cano Limon im nordöstlichen Department Arauca gesichert werden. Laut Patterson ist Kolumbien mit 700.000 Barrel pro Tag weltweit der siebtwichtigste Öllieferant für die USA.

Mit dem Geld wollen die USA das kolumbianische Militär im Kampf gegen die linksgerichteten Rebellengruppen FARC mit 16.500 Mitgliedern und das radikal-marxistische Nationale Befreiungsheer (ELN) mit rund 4500 Anhängern unterstützen. Beide Gruppen werden von Washington als "terroristisch" eingestuft. In dem seit fast vier Jahrzehnten andauernden Bürgerkrieg zwischen linksgerichteten Guerillagruppen, rechten Paramilitärs und Armee wurden in Kolumbien bisher mehr als 200.000 Menschen getötet. (APA)

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