Mutmaßlicher El Kaida-Verbindungsmann in Frankreich verhaftet

10. Februar 2002, 12:14
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Gefundenes Adressbuch als "Goldmine" bezeichnet

Paris - Den französischen Anti-Terror-Fahndern ist offenbar ein wichtiger Verbindungsmann der El-Kaida-Organisation von Osama bin Laden ins Netz gegangen. "Sein Adressbuch ist eine Goldmine", sagte einer der Untersuchungsrichter der Tageszeitung "Parisien". "Darin sind die Namen der meisten islamischen Fundamentalisten aufgelistet, die in den vergangenen Monaten festgenommen wurden." Yacine Akhnouche, ein 27-jähriger Franzose algerischer Herkunft, war Anfang der Woche bei Paris festgenommen worden. Die Ermittler hoffen, durch seine Aussagen das von Bin Laden in Frankreich organisierte Netzwerk genau rekonstruieren zu können.

Akhnouche zeigte sich in den ersten Tagen der Untersuchungshaft geständig. Nach eigenen Aussagen kannte er den "Schuhbomber" Richard Reid, der kurz vor Weihnachten ein Flugzeug auf dem Weg von Paris nach Miami in die Luft sprengen wollte, sowie den Franzosen Zacarias Moussaoui, der in den USA als bisher Einziger in Verbindung mit den Terroranschlägen vom 11. September angeklagt ist. Beide habe er 2000 in einem Trainingslager der El-Kaida-Organisation von Osama bin Laden in Afghanistan kennen gelernt.

Der 27-jährige Akhnouche wurde Anfang der Woche bei der Fahndung nach den Hintermännern eines im Dezember 2000 in Straßburg geplanten Attentats festgenommen. Den in London inhaftierten mutmaßlichen Fundamentalisten Abu Doha bezeichnete Akhnouche als wichtigsten Verbindungsmann Bin Ladens für die Rekrutierung neuer El-Kaida-Mitglieder in Europa. (APA)

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