"Verbund-E.ON-Ehe wird geschlossen"

10. Februar 2002, 20:08
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Vorstandssprecher Haider: "Ich will ein für allemal klarstellen, dass wir nichts verkaufen. Wir kriegen etwas dazu"

Wien - Verbund-Vorstandssprecher Hans Haider hält an der umstrittenen Wasserkraft-Ehe mit dem deutschen E.ON-Konzern fest, berichtet das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe. Von einem "Ausverkauf der österreichischen Wasserkraft" könne keine Rede sein. "Ich will ein für allemal klarstellen, dass wir nichts verkaufen. Wir kriegen etwas dazu," sagte Haider.

Der Verbundkonzern und E.ON wollen ihre Wasserkraftwerke in einer neuen Gesellschaft zusammenführen. "Wir werden an dieser European Hydro Power die Mehrheit halten, die Gesellschaft führen und bei uns voll konsolidieren", betont Haider. Man könne jedoch davon ausgehen, dass "E.ON über das, was sich in Österreich abspielt, nicht gerade glücklich ist".

"Das eine schließt das andere nicht aus"

Die von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein angedachte große österreichischen Stromlösung sei, so der Verbund-Chef, ein "gescheiter Vorschlag". "Wir waren immer der Meinung, dass sich die österreichischen Energieversorger gemeinsam aufstellen und auf allen Ebenen zusammen arbeiten sollten."

Die Beteiligung des deutschen Atomstromerzeugers E.ON stehe einer solchen Lösung nach Meinung des Verbund-Vorstandssprecher nicht im Wege. "Das eine schließt das andere nicht aus, wir reden über eine Zusammenarbeit in der Wasserkraft." Im übrigen sei schon eine Reihe ausländischer Konzerne in Österreich engagiert, so Haider. Der Verbund-Konzern warte nun, was ihm angeboten werde.

Zu den jüngsten Kursverlusten der Verbund-Aktie, mit ausgelöst durch das politische Tauziehen um die Wasserkraftehe, meint Haider, er wage zu bezweifeln, dass das Theater dem österreichischen Kapitalmarkt gut tue. (APA)

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