Defekte Flugzeug-Ersatzteile in Italien: Fünf Verdächtigte enthaftet

9. Februar 2002, 13:46
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Gericht verbietet ihnen Geschäfte in der Flugbranche

Rom - Fünf der sechs Personen, die vor drei Wochen im Rahmen der Ermittlungen um einen mutmaßlichen illegalen Handel von defekten und alten Flugzeug-Ersatzteile in Italien festgenommen worden waren, wurden am Wochenende enthaftet. Freigelassen wurde unter anderem der 73-jährige Enzo Fregonese, Besitzer der Gesellschaft Panaviation, dem die italienischen Staatsanwälte, Betrug und Erpressung vorwerfen, und seine 46-jährige Tochter Patrizia.

Die sechs Personen, darunter zwei Funktionäre der italienischen Fluggesellschaft Meridiana, werden beschuldigt, einen Handel gebrauchter oder gestohlener Ersatzteile für Flugzeuge organisiert zu haben. Die Stücke sollen von Panaviation und ihren amerikanischen Töchtern an Fluggesellschaften mit falschen Garantiezertifikaten als neue Teile weiterverkauft worden sein. Die italienischen Ermittler vermuten, dass defekte Ersatzteile der Panaviation die Ursache mehrerer Flugunglücke der letzten Jahren gewesen sein könnten.

Das Gericht der Stadt Sassari (Sardinien), die die Enthaftung der fünf Verdächtigte anordnete, untersagte ihnen, weiterhin jegliches Geschäft in der Flugbranche abzuwickeln. Laut den italienischen Behörden sollen im Skandal Schmiergeld auch über Bankkonten in Wien abgewickelt worden sein. Grazia Volo, die Anwältin des Inhabers der Gesellschaft Panaviation bestritt jedoch, dass das Unternehmen geheime Bankkonten in Österreich eröffnet habe. Die einzigen Konten gehörten Fregoneses Frau. "Sie ist Österreicherin und hat daher Bankkonten in Wien, die alles andere als geheim sind", so Volo. (APA)

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