Hamburger sind mit Schill unzufrieden

9. Februar 2002, 14:25
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53 Prozent bescheinigen dem Innensenator schlechte Arbeit - Diskussion um Kokain-Vorwürfe hält an

Hamburg - Die Mehrheit der Hamburger Wähler ist nach einer Emnid-Umfrage mit der Arbeit von Innensenator Ronald Schill nicht zufrieden. Sowohl Schill als auch seinem Parteikollegen Bausenator Mario Mettbach bescheinigten 53 Prozent der 1.000 Befragten, schlechte Arbeit zu leisten, wie die "Bild"-Zeitung (Samstagausgabe) berichtete. Mit Bürgermeister Ole von Beust (CDU) dagegen sind 72 Prozent der Hamburger zufrieden.

Im Gespräch mit der Zeitung bekräftigte Schill seine Absicht, sein Haar von "einer absolut unangreifbaren Institution" auf Kokain-Spuren untersuchen zu lassen. Er sei sich absolut sicher, dass nichts gefunden werde. "Ich habe niemals Drogen genommen", sagte der Gründer und Vorsitzende der Partei Rechtsstaatlicher Offensive.

"Weißes Pulver"

In der ARD-Fernsehsendung "Panorama" war erstmals eine konkrete Anschuldigung erhoben worden. Ein unkenntlich gemachter Mann berichtete dort, er habe unter anderem bei einer Feier zum Wahlerfolg der Schill-Partei am 23. September auf einem Ausflugsschiff beobachtet, wie der Senator sich "weißes Pulver" mit dem Finger auf das Zahnfleisch gerieben und es auch anderen Personen angeboten habe.

Nach einem Bericht des "Hamburger Abendblattes" gibt es aber erste Zweifel an der Glaubwürdigkeit des anonymen Zeugen. Denn bei der Wahlparty sei Schill ständig von drei Personenschützern des Hamburger Landeskriminalamtes (LKA) umgeben gewesen, und mindestens einer von ihnen habe den Politiker immer im Auge gehabt. Schill sei nur für ein paar Minuten unbeobachtet gewesen, wenn er die Toilette aufgesucht habe. (APA/AP)

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