Farce in der Kärntner Handy-Affäre

9. Februar 2002, 12:23
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Seltsamer Datenschwund sorgt für Verwirrung - Polizei will "nur" 10.000 Datensätze erhalten haben - Doch Mobilkom lieferte angeblich 14.000 Verbindungsdaten

Die Kärntner Handy-Affäre wird jeden Tag um eine interessante Facette reicher. Diesmal steht im Mittelpunkt der Diskussionen um die "Rufdatenrückerfassung" die tatsächliche Anzahl der, durch die Mobilfunkbetreiber gelieferten beziehungsweise von der Exekutive erhaltenen Datensätze.

10.000 statt 14.000 aber weitere 10.000 kommen noch

Rudolf Gollia, Sprecher des Generaldirektors für öfentliche Sicherheit, sprach von rund 10.000 Verbindungs-Datensätzen die die Exekutive bereits erhalten hätte. Noch weitere 10.000 Datensätze werden erwartet. Nun stellt sich die Frage nach den tatsächlichen Datensätzen die sich derzeit in Umlauf befinden. So hatte die Mobilkom in einer Mitteilung bereits erklärt, dass von ihrer Seite etwa 14.000 Datensätze bereits geliefert wurden.

Wer hat 4.000 Verbindungsdatensätze?

Die macht also eine Differenz von 4.000 Datensätzen. Möglicherweise hat es schon eine Art der Preselektion gegeben und daher erhielten die Beamten nur noch 10.000 wichtigere Datensätze. Eine weitere Frage drängt sich allerdings auf: Wenn die Mobilkom 14.000 Datensätze lieferte, One und max.mobil aber keinen Einzigen, woher sollen die kommenden 10.000 Datensätze, die die Exekutive erwartet herkommen?

200.000 Verbindungsdaten möglich

Laut Berechnungen des Abgeordneten der Grünen Peter Pilz hätte eine "Rufdatenrückerfassung" für alle Funkzellen aller Netzbetreiber von 18.00 bis 8.00 Uhr in Klagenfurt rund um die vier Tatorte etwa 200.000 Verbindungsdaten von Handygesprächen liefern können.(red)

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