Kirch-Krise: FDP warnt Schröder vor Einmischung

9. Februar 2002, 10:53
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Geheimtreffen Schröders mit Breuer, Middelhoff und Schumann

Der FDP-Politiker Rainer Brüderle hat den deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) vor einer Einmischung in die Krise des schwer angeschlagenen Kirch-Konzerns nachdrücklich gewarnt. "Es mag sein, dass es dem Bundeskanzler in den Fingern juckt, nach dem bewährten Holzmann-Vorbild bei der Kirch-Gruppe einzugreifen", sagte der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion der "Berliner Zeitung". Aber kurz vor der Bundestagswahl wäre das ein "weiterer Anschlag auf die politische Kultur in Deutschland".

Schröder sei nicht nur Kanzler, sondern auch SPD-Vorsitzender. Und die SPD halte beträchtliche Beteiligungen im Medien-Bereich, die sie bis heute noch nicht richtig offen gelegt habe.

Zuvor hatte der "Spiegel" über ein Geheimtreffen Schröders mit Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer, Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff und WAZ-Miteigentümer Erich Schumann in Hannover berichtet. Die Gesprächsteilnehmer sollen sich dem Nachrichtenmagazin zufolge darauf verständigt haben, dass der australische Medienunternehmer Rupert Murdoch in Deutschland keinen publizistischen Einfluss bekommen darf.(APA/AP)

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