Britische Prinzessin Margaret gestorben

10. Februar 2002, 12:11
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Trauer der Royals sichtbarer als einst bei Lady Di - nun herrscht Sorge um Queen Mum

London - Prinzessin Margaret (71), die jüngere Schwester der britischen Königin Elizabeth II. (75), ist am Samstag nach ihrem vierten Schlaganfall in London gestorben. Sie wurde in der Nacht aus dem Kensington-Palast in das King-Edward-VII-Krankenhaus gebracht und starb dort um 7.30 Uhr "friedlich im Schlaf", wie der Buckingham-Palast mitteilte. Ihre beiden Kinder Lord Linley und Lady Sarah Chatto waren bei ihr. Königin Elizabeth ließ mitteilen, sie sei "in tiefer Trauer" um ihre "geliebte Schwester". Die Prinzessin wird am Freitag auf Schloss Windsor beerdigt.

Sorge um Queen Mum

Margarets Tod wirft einen Schatten auf das Goldene Thronjubiläum der Queen, die am vergangenen Mittwoch genau 50 Jahre im Amt war. Vor allem aber wuchs die Sorge um die 101-jährige Queen Mum, die seit Monaten krank und nicht mehr in der Öffentlichkeit aufgetreten ist. Nach BBC-Informationen geht es ihr so schlecht, dass sie kaum noch laufen kann. Der Tod ihrer jüngsten Tochter werde sie nun zusätzlich belasten. Prinz Charles (53) reiste sofort nach Schloss Sandringham in Nordengland, um seiner Großmutter beizustehen.

Anders als nach dem Unfalltod von Prinzessin Diana 1997 brachte die Königsfamilie ihre Trauer diesmal sehr schnell und in ungewöhnlich offener Weise zum Ausdruck. "Das ist ein schrecklich trauriger Tag für meine ganze Familie", sagte Charles. "Wir werden sie alle sehr vermissen. Die letzten Jahre waren eine so schlimme Zeit für meine liebe Tante (...). Sie hat das Leben geliebt und es in vollen Zügen genossen." Die Äußerungen des Thronfolgers wurden in den Medien als einfühlsam und bewegend bewertet.

Abschied

Der Sarg mit Margarets Leichnam wurde noch am Samstag in den Kensington-Palast gefahren. Ihre Familie wollte dort von ihr Abschied nehmen. Anfang der Woche soll der Sarg dann in die "Queens-Kapelle" des Londoner St.-James-Palastes gebracht werden, wo er bis Donnerstag bleiben soll. Am Freitag (15. Februar) um 16.00 Uhr MEZ wird Margaret in der St.-Georgs-Kapelle von Schloss Windsor "im Familienkreis" beigesetzt. Ein Gedenkgottesdienst in London ist für einen späteren Zeitpunkt geplant.

Elizabeth, die während der Nacht laufend über Margarets Zustand informiert worden war, kehrte am Samstag in den Buckingham-Palast zurück. Die britische Flagge auf dem Dach des Palastes wurde auf Halbmast gesetzt.

Schwer krank

Margarets Gesundheit war schon lange stark angeschlagen, was auf ihren enormen Zigaretten- und Whiskykonsum zurückgeführt wurde. Schon 1985 entfernten ihr die Ärzte einen Lungenflügel. 1998 folgte der erste Schlaganfall. Ein Jahr später verbrühte sich die Prinzessin in der Badewanne beide Füße. Die Verletzungen und ihre nur langsame Genesung sollen ihr seelisch und körperlich sehr zugesetzt haben.

In den vergangenen Monaten war sie blind und depressiv. Zum letzten Mal zeigte sie sich kurz vor Weihnachten bei einer Geburtstagsparty in der Öffentlichkeit. Am Freitagnachmittag erlitt sie einen weiteren Schlaganfall, der aber nach Zeitungsberichten vom Sonntag erst zwölf Stunden später bemerkt wurde, als sie mit Herzproblemen ins Krankenhaus gebracht worden war.

Der britische Premierminister Tony Blair äußerte sich "tieftraurig". Bundespräsident Johannes Rau sprach Königin Elizabeth seine "tief empfundene Anteilnahme" aus. "Prinzessin Margaret genoss in Deutschland hohen Respekt und großes Ansehen", schrieb er. Der spanische König Juan Carlos I. (64) und Königin Sofia (63) telefonierten mit Elizabeth.

Einstige Society-Blüte

Prinzessin Margaret galt lange als schillerndstes Mitglied der Königsfamilie. Die Tragödie ihres Lebens war, dass es ihr 1953 verweigert wurde, ihre große Liebe, den Fliegeroffizier Peter Townsend, zu heiraten. Da dieser geschieden war, drohten ihr ihre Mutter und die Queen mit dem Entzug aller königlichen Privilegien.

Daraufhin stürzte sich Margaret ins Jet-Set-Leben. Aus der 1960 geschlossenen Ehe mit dem Fotografen Anthony Armstrong-Jones (später Lord Snowdon) gingen zwei Kinder, David und Sarah, hervor. Doch schon acht Jahre später kriselte es, und im Mai 1978 wurde die Verbindung geschieden. Es war die erste Scheidung im englischen Königshaus seit 450 Jahren. (APA/dpa)

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