Bush lässt bei Nationalpark nach Öl bohren

8. Februar 2002, 22:23
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Gesetze geändert und Land umgewidmet - Proteste von Wissenschaftern vergeblich

Moab/Utah - Die amerikanische Regierung plant, nahe des Canyonlands-Nationalparks im Bundesstaat Utah nach Erdöl und Erdgas zu bohren. Trotz der Widerstände von Nationalpark Rangers und Wissenschaftlern wurde bereits begonnen, das Land mit seismischen Geräten nach dem schwarzen Gold zu durchforsten. Das berichtet die New York Times in ihrer heutigen Ausgabe. Demnach soll auch bereits öffentliches Land an Öl-Konzerne zu Bohrungen vergeben worden sein.

Für die Suche nach Öl und Gas werden die Nationalparks zwar nicht unmittelbar in Mitleidenschaft gezogen, die Forscher befürchten aber, dass die Regenerierung der Umwelt durch Schockwellen der Bohrungen Jahrzehnte lang dauern könnten. Die Bush-Regierung hat für die Ausbeutung der Ressourcen extra Gesetze zum Schutz der Landschaft verändert um so Bohrungen innerhalb der Zwei-Meilen-Grenze von Nationalparks möglich zu machen. Unter Präsident Clinton waren zumindest "Wilderness-Areas" und Nationalparks vor der Ausbeutung nach Bodenschätzen verschont geblieben.

Regierungsvertreter versuchen die Nationalpark-Beauftragten zu beruhigen und erklärten, dass die Störungen der Umwelt so gering wie möglich ausfallen werden. Doch die Umweltschützer und die Bewohner von Moab, einem Mekka für Mountain-Biker, befürchten das schlimmste. Sie erwarten eine Armada von Lastwagen, die mit Bohrwerkzeugen anrücken und damit die Touristen vertreiben könnten. Umweltschützer befürchten auch, dass die Sandstein-Formationen im Arches Nationalpark durch Erschütterungen beschädigt werden könnten. Bisher war es auch Spaziergängern, Wanderern und Bikern untersagt, die vorgegebenen Wanderwege zu verlassen. (pte)

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