Die Existenz als Schriftstellerin fassen

8. Februar 2002, 20:30
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Elfriede Jelinek meldet sich mit neuen Bühnentexten zurück - Eine Trilogie "von Katastrophen und dem Gegenteil von Katastrophen, dem Bau, dem Aufbau"

Wien - In regelmäßigen Abständen verlautbart die Autorin Elfriede Jelinek ihren Rückzug vom Theater. Meist folgt bald darauf ein neuer Bühnentext. Nun ist es wieder so weit. Dieser Tage liefert der Berlin Verlag einen Band mit gleich drei neuen Stücken der Österreicherin aus: "In den Alpen", "Der Tod und das Mädchen III" und"Das Werk" heißen die Texte.

Herausforderung für Leser und Regisseure

Jelinek radikalisierte in ihren neuen Werken ihre Methode der fastbeliebig auf verschiedene Sprecher aufteilbaren Textflächen. Eine Herausforderung für Leser wie für Regisseure. Die Trilogie handle "von Katastrophen und dem Gegenteil von Katastrophen, dem Bau, dem Aufbau", meint die Autorin in einer Nachbemerkung zu den Stücken. DieGletscherbahn-Tragödie von Kaprun steht im Zentrum von "In den Alpen" (die Uraufführung inszeniert im Juni Christoph Marthaler an den Münchner Kammerspielen), die Arbeiter und Opfer des Staudammbaus von Kaprun stehen im Mittelpunkt von "Das Werk", dem viel umfangreicheren Text, den Jelinek dem verstorbenen Theatermann Einar Schleef gewidmet hat.

Mit "Der Tod und das Mädchen III" schließt Jelinek ihre "Prinzessinnendramen" ab. Nach Schneewittchen und Dornröschen folgt nun die Paraphrasierung von "Rosamunde", einem 1823 im Theater an derWien uraufgeführten und danach in Vergessenheit geratenen Stück von Helmina von Chezy, zu dem Franz Schubert die Bühnenmusik geschrieben hat. "In diesem Dramolett, das auch Fetzen aus dem Originaltext enthält, versuche ich, meine Existenz als Schriftstellerin irgendwie zu fassen", schreibt Jelinek. (APA)

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