EQ als Stolperstein für Top-Manager

14. Februar 2002, 14:54
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Der Executive EQ - die emotionale Intelligenz von Führungskräften - als wesentliches Merkmal von Managementkompetenz

"Manager, die bereits eine hohe Sprosse der Karriereleiter erklommen haben, stehen sich auf dem Weg zu weiteren Erfolgen oft selbst im Weg", resümiert Claudia Daeubner, Managing Partner von Success & Career Consulting International aus ihrer fast zehnjährigen Erfahrung als Headhunterin. Nach Meinung der nunmehr als Executive Coach und Management Educator tätigen Expertin sind nicht mangelndes Know-how oder mangelnde Expertise die Stolpersteine von Topmanagern, sondern fast immer ein zu gering ausgeprägter Excecutive EQ.

Interpersonelle und intrapersonale Kompetenz

Die emotionale Intelligenz ist neben dem Fach- und Methodenwissen ein wesentliches Merkmal von Managementkompetenz. Dessen wichtigste Ingredienzien: Einfühlungsvermögen, Respekt vor der Individualität des Gegenübers (interpersonelle Kompetenz) und kritische Selbstkenntnis (intrapersonale Kompetenz).

Executive EQ ist zunehmend gefordert, wo es gilt, immer komplexere Aufgaben in immer kürzerer Zeit mit immer weniger Mitarbeitern erfolgreich zu bewältigen.

Inspiration von Mitarbeitern

Zum Selbstverständnis von Leadern gehöre es, gute Mitarbeiter zu Höchstleistungen zu inspirieren. Ein kompetitiver Managementstil - oft verbunden mit Ellbogentechnik - erweist sich als Hürde in den Vorstandsetagen, ist Daeubner überzeugt.

Am Anfang jedes Executive Coachings stünde die Selbsterkenntnis, so die Beraterin. In einer auf Situation, Branche und Persönlichkeitstyp zugeschnittenen Rollensimulation mit Videofeedback setzt Daeubner aktiven Führungskräften hochkarätige Exmanager als Sparringpartner gegenüber.

Rollensimulation

Die Nachstellung von Unternehmens- und Konfliktsituationen unter der Mitwirkung ehemaliger Vorstände wie Alfred Fogarassy (Mayr-Melnhof AG), Hanno Bäurle (Schindler Aufzüge) und Generaldirektoren wie Albrecht O. Staerker (Citibank) und Horst Breitenstein (IBM), als schwierige Gesprächs- und Verhandlungspartner macht das Basisverhalten und eingefahrene Verhaltensmuster beim Coachee sichtbar.

Videoanalyse

"Die Videoanalyse fördert die Kluft zwischen Fremd-und Selbstbild ans Tageslicht. Zur Klientel zählen Aufsichtsräte, Vorstände und Geschäftsführer, die sich so unter anderem auf unbequeme Hauptversammlungen oder internationale Verhandlungen vorbereiten. Das Service hat seinen Preis: Der Tagessatz beträgt 6000 US-$.

In der Referenzliste finden sich Unternehmen wie Coca-Cola, Connect Austria, Western Union, Cap Gemini Ernst & Young, Bridgestone und die Österreichische Volksbanken AG.

70 Prozent des Managements unter dem möglichen Leistungsniveau

Laut einer Havardstudie sollen 70 Prozent der Führungskräfte unter ihrem möglichen Leistungsniveau agieren und demnach potenzielle Coaching-Kunden sein. Ein Bedarf, dem Daeubner ab September 2002 mit dem Start der Executive-Coaching-Ausbildung für Coaches aber auch interessierte Manager, gerecht werden will. In zehn Wochenendmodulen wird die gesamte Palette der Coaching-Methoden angeboten.

An der Seite der Autorin des bei Ueberreuter erschienenen Buches "Weltweit verhandeln" formieren sich bekannte Namen wie Ferry Fischer (Coaching Institute Vienna), Roman Braun (Austrian Institute for NLP), Sonja Radatz (Institut für Systemisches Coaching) und Kaspar Speckle (Managementzentrum St. Gallen). (Der Standard, Printausgabe, Fridolin Angerer)

www.scci.at

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