"Ohne Hilfe wird es mehr Terror geben"

8. Februar 2002, 19:20
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Mubarak appelliert beim Afrika-Gipfel in Paris an die reichen Länder - "Armut schlimmste Form von Gewalt und Unsicherheit"

Paris - Der ägyptische Staatspräsident Hosni Mubarak hat die wohlhabenden Länder zu einem verstärkten Kampf gegen die Armut aufgerufen, weil es ohne Hilfe noch mehr Terrorismus geben werde. "Wenn die (reichen) Länder ihre Hilfe weiter hinausschieben, dann wird der Krieg gegen den Terrorismus sicherlich ein internationaler Krieg werden", sagte Mubarak am Freitag in Paris nach einem eintägigen Afrika-Gipfel. "Kein Land wird dann gegen Terror geschützt sein."

Nigerias Präsident Olusegun Obasanjo verwies ebenfalls auf den Zusammenhang zwischen Armut und Unsicherheit. "Wenn nichts gegen die Armut getan wird, dann kann man sich bis zu den Zähnen bewaffnen und wird trotzdem nicht sicher sein", sagte Obasanjo. Er hatte während der Tagung Mahatma Gandhi zitiert, der Armut die schlimmste Form der Gewalt und Unsicherheit genannt hatte.

Maßnahmen in Politik und Wirtschaft

Der französische Präsident Jacques Chirac rief die reichen Länder dazu auf, ihr Ziel zu bekräftigen, 0,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes als Entwicklungshilfe zu geben. Chirac traf am Freitag in Paris mit den Präsidenten und Regierungschefs von 13 afrikanischen Ländern zusammen. NEPAD habe viele Hoffnungen geweckt, die nicht enttäuscht werden dürften, erklärte Chirac. Die Prioritäten stünden bereits fest, etwa große Infrastrukturprojekte, Landwirtschaft, Energie und Wasser. Doch müssten bis zum G-8-Gipfel in Kanada noch zahlreiche offene Fragen beantwortet werden.

NEPAD ist ein von den afrikanischen Staaten selbst initiiertes Programm zur Überwindung von Marginalisierung und Armut. Dazu gehören mittel- und langfristige Maßnahmen in Politik und Wirtschaft, die darauf zielen, den Kontinent auf dem Weg der nachhaltigen Entwicklung weiter voranzubringen. NEPAD betont, dass es die Afrikaner selbst sind, die es in der Hand haben, ihren Kontinent in eine bessere Zukunft zu führen. (APA/dpa/AP)

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