Frohner will bleiben

11. Februar 2002, 21:02
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Der Maler bewarb sich um seine Professur

Wien - Am 30. September wird Adolf Frohner als Professor für Malerei an der Universität für angewandte Kunst in Wien emeritieren. Schließlich erreicht er am 12. März das Alterslimit von 68 Jahren. Doch mit etwas Glück folgt der impulsive Künstler sich selbst nach: Frohner bewarb sich um die Leitung seiner Klasse.

Im Spätherbst 2001 wurde die Professur, befristet auf fünf Jahre, international ausgeschrieben. Bis zur Einreichfrist Ende Jänner gelangten in der Angewandten über 40 Bewerbungen ein. Darunter eben auch jene von Adolf Frohner, was im Haus aber nur teilweise mit Zustimmung quittiert wurde: Einige Mitglieder des Lehrkörpers befürchten, es sei ein falsches Zeichen, wenn nicht ein jüngerer Kollege berufen, sondern Frohner wiederbestellt würde.

Dass sich ein emeritierter Professor um eine Zeitprofessur bewirbt, ist möglich: Das neue Gesetz für die Kunstuniversitäten sieht keine Altersbeschränkungen vor. "Eine Gesetzeslücke", meint denn auch Frohner im Gespräch mit dem STANDARD.

Am 7. März wird die Berufungskommission, in der unter anderem Markus Lüpertz sitzt, jene Kandidaten auswählen, die sich voraussichtlich im April einem Hearing stellen sollen. Christian Ludwig Attersee, der den Vorsitz führt, verspricht "ein sauberes Verfahren". Von einer Absprache will er nichts wissen, wenngleich er zugeben muss, dass "der Adi einen Heimvorteil" habe. Schließlich hätte er seine Klasse sehr gut geleitet.

Ex-Prorektor Frohner will in die Verlängerung gehen, um "Schaden von der Angewandten abzuwenden". Denn nach wie vor hege man im Finanzministerium den Plan, die drei Wiener Kunstuniversitäten zu fusionieren: "Ich kämpfe für die Vielfalt!"
(trenk - DER STANDARD, Print, Sa./So., 9.02.2002)

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