Turbo für das Handynetz

8. Februar 2002, 19:08
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Max.mobil komprimiert Daten für das mobile Internet

Wien - Österreichs zweitgrößter Handynetzbetreiber Max.mobil will ab kommender Woche mit GPRSpeed die GPRS-Technologie (General Packet Radio Service), die auf dem herkömmlichen Handynetz aufgesetzt ist, effizienter machen. Internetseiten in Textform sowie dazugehörige Bilder, Animationen, Audio-oder Videodateien können mit GPRS künftig in kleineren Datenpaketen als bisher auf Laptop oder Westentaschen-PC übertragen werden, sagt Manuela Bruck, Sprecherin von Max.mobil.

Der Nutzer hat den Vorteil, dass er dadurch seine Telefonkosten, die bei GPRS-Diensten nach dem übertragenen Datenvolumen abgerechnet werden, reduzieren kann. Max.mobil verrechnet GPRS nach drei verschiedenen Tarifmodellen. Bei max.gprs ist für die Grundgebühr von sieben Euro (96,32 S) ein Download von zehn Megabyte inkludiert. Darüber hinausgehende Datenmengen werden extra verrechnet. Ein Megabyte entspricht ungefähr 200 bis 300 E-Mails, sechs bis acht Internetseiten und über 1000 WAP-Seiten.

171 KBit/s realistische Geschwindigkeit

Die Mäxe ermöglichen mit GPRS zurzeit eine Datenübertragungsrate von etwa 30 Kilobit pro Sekunde, was etwa dreimal so schnell ist wie beim GSM-Handynetz. 60 KBit/s - in der Theorie 171 KBit/s - halten Experten für eine realistische Geschwindigkeit beim GPRS-Betrieb.

Als erstes Unternehmen der T-Mobile-Holding, der Mobilfunktochter der Deutschen Telekom, startet Max.mobil den Versuchsballon der neuen Technologie. In Österreich hat Connect Austria (One) die mit BlueKite seit dem Jahr 2000 ebenfalls eine Komprimierungssoftware im Einsatz.

Was für den GSM-Handynutzer nicht mehr wegzudenken ist, im Ausland ohne Probleme über das Handynetz eines ausländischen Vertragspartners zu telefonieren - so genanntes Roaming -, soll ab Mitte des Jahres auch mit GPRS jenseits der Staatsgrenze möglich sein. Vertragsverhandlungen, aber auch die "umfangreichen" technischen Vorbereitungen seien derzeit im Gange, um zumindest im Einzugsgebiet der Konzernmutter T-Mobile GPRS-Roaming zu ermöglichen. (jake, DER STANDARD, Printausgabe 9.2.2002)

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