Zahlenspiele um Gebühren weiter beliebt

8. Februar 2002, 20:12
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Grüner Klubobmann Chorherr empfiehlt: Öffis sollen schneller fahren

Wien - Die Zahlenspiele rund um die bevorstehende Gebührenerhöhung haben die Grünen nun mit einer neuen Variante versehen: Fahren Bus und Bim schneller, sei das billiger, meint Klubobmann Christoph Chorherr. Damit habe man auch ein gutes Argument gegen höhere Tarife.

Bei einer Erhöhung der Öffi-Geschwindigkeiten auf durchschnittlich 20 bis 22 Kilometer pro Stunde (der "D" zuckelt derzeit mit 12 km/h) und einer automatischen Grünphase, wenn etwa der Bus an eine Kreuzung heranfährt, könnte man bei jeder zweiten Linie einen Straßenbahnzug und damit Kosten einsparen, glaubt Chorherr.

Vorschläge, die man im Büro von SP-Finanzstadtrat Sepp Rieder nur kopfschüttelnd zur Kenntnis nimmt, denn es gebe ohnehin seit Jahren "Beschleunigungsprogramme mit merkbarem Erfolg".

Freie Fahrt bereits realisiert

Die Wiener Linien kontern den Grünen ebenfalls mit Zahlen: Bei rund 70 Prozent der Straßenbahngleise habe die Straßenbahn bereits freie Fahrt. 40 Prozent der Gleisanlagen befänden sich auf eigenen Gleiskörpern, bei 27 Prozent erfolge die Entflechtung von öffentlichem Verkehr und Individualverkehr mittels Markierungen. Also sei freie Fahrt für Öffis bereits realisiert.

Somit ist in der seit Monaten schwelenden Gebührendebatte noch immer nicht für die Bürger geklärt, ab wann mehr Geld für Bus, Bäder und Müll zu zahlen ist. (aw/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 9.2.2002)

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