Aller guten Müllöfen sind neuerdings drei

8. Februar 2002, 19:38
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Häupl will den Flötzersteig nicht schließen

Wien - Drei kleine, statt zwei große Müllverbrennunganlagen in Wien. Das ist die Variante, die Bürgermeister Michael Häupl präferiert, um den Müll der Stadtbewohner zu entsorgen. Insgesamt produzieren die Wiener und Wienerinnen 600.000 Tonnen Müll im Jahr.

Drei Standorte würden sich somit in Wien ergeben:

  • Der Flötzersteig bliebe - entgegen ursprünglichen Plänen - erhalten. Bürgermeister Häupl sieht keinen Grund diesen zuzusperren, "der Flötzersteig arbeitet sauber", sagte er in Zeitungs-Interviews.

  • Dass weiterhin die Hälfte des Wiener Mülls in der von Friedensreich Hundertwasser gestalteten Spittelauer Anlage verheizt werden wird, steht außer Debatte.

  • Neu hinzu käme die Verbrennungsstation in Simmering. Diese soll nach Ansicht Häupls aber kleiner als ursprünglich geplant gebaut werden.

    Standort Simmering

    Wie DER STANDARD berichtete, wurde der Simmeringer Standort in einem Gutachten als geeignet für eine neue Großanlage befunden. Angenommen haben die Gutachter eine jährliche Kapazität von rund 450.000 Tonnen Müll, die dort ab 2007 verbrannt werden sollten. Wieviel Abfall in einer kleiner konzipierten Anlage entsorgt werden könnte, ist offen. In unmittelbarer Nähe zu dem geplanten Standort befinden sich bereits die Entsorgungsbetriebe Simmering (EBS).

    "Eine gute Idee, wir können uns mit dieser Meinung gut identifizieren", kommentiert man Häupls Plädoyer für drei kleinere Anlagen. Die "Analysen der Wissenschaft" seien aber noch nicht abgeschlossen, eine endgültige Entscheidung daher noch nicht möglich, heißt es im Büro von SP-Umweltstadträtin Isabella Kossina.

    Bezirk belastet

    Bloß der betroffene SP-Bezirksvorsteher Otmar Brix dürfte von dem Umstand, dass die neue Müllanlage in seinem Bezirk errichtet wird, noch nicht informiert sein: Er urlaubt derzeit in den Tiroler Alpen. Er hatte aber schon im Vorfeld öfter klar gemacht, dass eine weitere Müllentsorgungsanlage - neben den EBS - "eine große Belastung für den Bezirk" darstelle. Brix fürchtet vor allem eine zusätzliche Verkehrsbelastung, wenn aus ganz Wien die Abfälle nach Simmering transportiert werden. (aw/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 9.2.2002)

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