Serbischer Präsident soll vorerst nicht ausgeliefert werden

8. Februar 2002, 18:02
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Djindjic: Im Fall Milutinovic auf "nationale Interessen" Rücksicht nehmen

Bukarest - Der serbische Präsident Milan Milutinovic soll vorerst nicht an das Haager UNO-Kriegsverbrechertribunal ausgeliefert werden. So lange Milutinovic im Amt sei, werde er nicht an den Gerichtshof überstellt, sagte der serbische Regierungschef Zoran Djindjic am Freitag in der rumänischen Hauptstadt Bukarest. Zwar habe Belgrad volle Kooperation mit dem Haager Tribunal zugesagt, doch im "nationalen Interesse" könne von dieser Zusage auch abgewichen werden, fügte Djindjic im Hinblick auf Milutinovic hinzu.

Der serbische Präsident ist gemeinsam mit dem ehemaligen jugoslawischen Vize-Regierungschef Nikola Sainovic, dem frühren Generalstabschef der jugoslawischen Armee, Dragoljub Ojdanic, sowie dem ehemaligen serbischen Innenminister Vlajko Stojiljovic Mitangeklagter im Prozess gegen Amtsvorgänger Slobodan Milosevic. Ihnen werden Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Kosovo vorgeworfen. Der Prozess beginnt am Dienstag. (APA)

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