Politische Querelen um US-Filme

9. Februar 2002, 12:00
3 Postings

"Collateral Damage" regt Kolumbianer auf - und Singapur setzt "Zoolander" auf den Index

New York - Der neue Film von Action-Star Arnold Schwarzenegger sorgt bei den Kolumbianern in den Vereinigten Staaten schon vor seinem Start in den Kinos für Empörung. Die kolumbianischen Gemeinde kündigte am Donnerstag Demonstrationen vor Kinos in New York an, in denen der Film "Collateral Damage" am Freitag anlaufen sollte.

Der Streifen präsentiere nur Negativbilder der Kolumbianer und lebe von Stereotypen, sagte Diego Aguilera von der Vereinigung kolumbianischer Offiziere und Studenten im Ausland. Der Film verherrliche Selbstjustiz und werde auch zu neuer Gewalt in seinem Heimatland führen. Aguilera appellierte an das Filmstudio Warner Brothers, einen Teil des Einspielergebnisses den Opfern des Bürgerkrieges in Kolumbien zukommen zu lassen.

"Collateral Damage" schildert die Geschichte eines Feuerwehrmannes, der seine Ehefrau und seinen jüngsten Sohn bei einem von kolumbianischen Terroristen verübten Attentat verliert. Frustriert von den langsamen Ermittlungen, reist der von Schwarzenegger dargestellte Mann nach Südamerika, um die Urheber des Attentats zu finden. Die Premiere war ursprünglich für vergangenen Oktober vorgesehen, wurde nach den Terroranschlägen vom 11. September aber verschoben. Der Streifen läuft am 21.2. in den österreichischen Kinos an.

Kontroverser "Zoolander"

Singapur hat die amerikanische Kinokomödie "Zoolander" mit US-Komiker Ben Stiller auf den Index gesetzt. Als Grund nannten die Behörden am Freitag "kontroverse Elemente" in dem Film, der ursprünglich am Mittwoch in dem asiatischen Stadtstaat anlaufen sollte. Der Streifen handelt von einem männlichen Fotomodell, dass nach einer Gehirnwäsche in einen Mordplan gegen den Ministerpräsidenten von Malaysia hineingezogen wird.

Beobachter vermuten, dass Singapur möglicherweise das Verhältnis zum Nachbarland Malaysia durch die Aufführung nicht belasten will. In den USA zählte "Zoolander" im vorigen Jahr zu den Kassenschlagern. Dort galt lediglich eine Alterbeschränkung von 13 Jahren. (APA)

Share if you care.