Streitpunkt Glaubwürdigkeit

8. Februar 2002, 16:06
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Oberösterreichische Eltern sollen Töchter und Enkel missbraucht haben

Wels - Schneller als erwartet ging jetzt beim Landesgericht Wels der Prozess gegen ein Ehepaar ins Finale, dem schwere sexuelle Übergriffe auf ihre Töchter und auf ein Enkelkind vorgeworfen werden. Am Freitagnachmittag begannen die Plädoyers, mit dem Urteil wurde für die Abendstunden gerechnet.

Vorfälle sollen zum Teil Jahre zurück reichen

Die Vorfälle sollen laut Anklage zum Teil Jahre zurück reichen, in eine Zeit, als die heute erwachsenen drei Töchter des Ehepaares noch Kinder waren.

Massiven sexuellen Übergriffen

Beim Enkel handelt es sich um einen heute sechsjährigen Buben. Die Anklage spricht von sexuellem Missbrauch von Unmündigen, Vergewaltigung, Unzucht mit Unmündigen, sittlicher Gefährdung von Personen unter 16 Jahren, Blutschande, Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses sowie Quälen und Vernachlässigen eines Unmündigen. Haupttäter sei der Mann gewesen, die Frau habe teilweise mitgewirkt, teilweise bei den massiven sexuellen Übergriffen auf die Kinder tatenlos zugesehen, so der Staatsanwalt.

Angeklagte erklärten sich für nicht schuldig

Die beiden Angeklagten erklärten sich für nicht schuldig, sie sprachen im bisherigen Prozess von einer "Verschwörung" der Töchter gegen sie. Diese hätten auch den Sechsjährigen zu seinen für die Großeltern belastenden Erzählungen angestiftet, die Aussagen des Buben seien daher nicht glaubwürdig, hatte die Verteidigung argumentiert.

Ein Psychiater hingegen stellte am Freitag vor Gericht fest, die Aussagen des Buben seien sehr wohl glaubwürdig, es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass das Kind etwas erzähle, das man ihm vorher als eine Art "Programm" aufgetragen hatte. "Ich halte die Aussagen des Buben für wahr", so der Sachverständige. (APA)

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