Jede 20. Führungsposition stellt eine Frau

8. Februar 2002, 15:15
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Volkspartei NÖ setzt Initiativen für Frauen-Beschäftigung

St. Pölten - Man könne stolz darauf sein - trotz Konjunkturdelle auf Grund einer "weltweiten Wirtschaftskrise" - mehr als 500.000 Beschäftigte in Niederösterreich zu haben, meinte VP-NÖ-Landesgeschäftsführerin Johanna Mikl-Leitner am Freitag in einer Pressekonferenz in St. Pölten. Über 220.000 Frauen seien derzeit im Bundesland unselbstständig beschäftigt - "so viele wie noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg".

"Noch viel zu tun"

Seitens der Volkspartei NÖ konzentriere man sich darauf, gezielte Maßnahmen zu setzen, um den Arbeitsmarkt anzukurbeln. In den vergangenen Monaten seien sehr viele Initiativen gesetzt worden, vor allem um Frauen zu unterstützen. Sie wisse aber, dass es noch genug zu tun gäbe, betonte Mikl Leitner - etwa in den Bereichen Qualifizierung, Einkommensunterschiede zwischen Mann und Frau und auch Führungspositionen.

"Wir Frauen nehmen zwar ein Drittel der Arbeitsplätze ein, haben aber nur jede 20. Führungsposition inne. Eine große Chance, hier Abhilfe zu schaffen, sehe ich vor allem in gezielten Frauenförderungsprogrammen und auch im Fachhochschulwesen", so Mikl-Leitner. Im Studienjahr 2000/2001 habe der Frauenanteil in Niederösterreich 37 Prozent betragen. Bei einem österreichweiten Wert von 30 Prozent sei man hier im Vergleich mit anderen Bundesländern führend. Durch neue Studienrichtungen rechnet die Managerin mit einem weiteren Anstieg auf 40 Prozent. Als langfristiges Ziel bezeichnet sie einen Frauenanteil bei den Studierenden von 50 Prozent. Dies sei der beste Weg zu mehr Qualifikation, Führungspositionen und Einkommen.

Gerade in sensiblen Bereichen wie beim beruflichen Wiedereinstieg würden im Rahmen der Pröll-Prokop-Job-Initiative laufende Projekte bereits greifen. So sei die LehrerInnenbörse als Auffangnetz für arbeitslose Pädagoginnen geschaffen worden. Im Behinderten-, SeniorInnen und Verwaltungsbereich habe man hier etwa 120 Personen beschäftigen können. Seit mehr als zwei Jahren würden die "Flying Nannies" zur Kinderbetreuung eingesetzt. Derzeit sind laut Mikl-Leitner 53 Kindergärtnerinnen in 79 Familien mit insgesamt 162 Mädchen und Buben im Einsatz.

Vielseitige Angebote

Einschulung in den Bereichen der Altenpflege, der SeniorInnen- und der Freizeitbetreuung biete die Initiative "New Start" für Frauen über 35. In 16 PensionistInnen- und Pflegeheimen arbeiteten derzeit 24 Wiedereinsteigerinnen, denen zusätzlich Weiterbildungskurse angeboten würden, um ihre Berufschancen zu steigern. Große Chancen für Frauen ortet Mikl-Leitner im Bereich der Telekommunikation. Beim Projekt "Telm@" würden Frauen in männerdominierten Fachbereichen wie EDV, Telematik und Telekommunikation ausgebildet. 20 Frauen hätten seit 1999 von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht und arbeiteten bereits in diesen neuen Berufen. Für 2002 kündigte Mikl-Leitner 15 neue Ausbildungsplätze an. Weitere Möglichkeiten bestünden in den kommenden Jahren im Fitness-, Wellness und Gesundheitsbereich, wo mit bis zu 5.000 zusätzlichen Arbeitsplätze zu rechnen sei.

Frauennetzwerk

Führend wäre Niederösterreich auch beim Frauenanteil der 70.000 Selbstständigen (ein Drittel weiblich, Anm.) im Land und den Unternehmensgründungen durch Frauen (ebenfalls ein Drittel). Durch das mit WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl ins Leben gerufene "Women-Network" sei es gelungen, Frauen Mut zur Selbstständigkeit zu machen - 150 seien bisher dorthin geführt worden. Für das Projekt stelle das Land NÖ 2002 erneut 145.000 Euro (2,00 Mill. S) zur Verfügung.(APA)

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