Lindner: Aufschnüren des "Pakets" wäre "sehr mühsam" gewesen

8. Februar 2002, 14:28
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Draxler: "Objektivität und Fairness garantieren" - Rammerstorfer: Radio-Erfolgskurs weiterführen - Scolik: Programm für Junge - Wrabetz: Gutes Team

ORF-Generaldirektorin Monika Lindner zeigte sich am Freitag nach der Bestellung des ORF-Direktoriums erfreut über das breite Votum im Stiftungsrat für die neuen Direktoren. Sie habe ihr "Dream Team" durchgebracht, meinte sie bei der Pressekonferenz nach der Sitzung. Der Technische Direktor und der Online-Direktor sollen am 12. März 2002 vom Stiftungsrat bestellt werden, kündigte sie an.

Bezugsregelung für neue Direktion soll am 27. Februar fixiert werden

Bei der Suche nach externen Kandidaten für diese Positionen habe sich herausgestellt, dass es nur schwer möglich sei, jemanden zur Kandidatur zu bewegen, wenn die Gehaltsgestaltung noch nicht klar sei, so Lindner. Die Bezugsregelung für alle neuen Direktoren soll in der Sitzung des Finanzausschusses des Stiftungsrats am 27. Februar fixiert werden.

Gegenstimme von grünem Stiftungsrat Zinggl

Die neugewählten Direktoren Reinhard Scolik, Gerhard Draxler, Kurt Rammerstorfer und Alexander Wrabetz bedankten sich unisono für das breite Vertrauen durch den Stiftungsrat. 34 der 35 Mitglieder hatten für Lindners Team gestimmt, lediglich der Grüne Stiftungsrat Wolfgang Zinggl hatte dagegen votiert. Er war vor allem gegen die Ablöse von Hörfunkintendant Manfred Jochum und Programmintendantin Kathrin Zechner, erklärte er nach der Sitzung.

Rammerstorfer: Radio-Erfolgskurs weiterführen

Der neue Radiodirektor Kurt Rammerstorfer zollte seinem Vorgänger Manfred Jochum ausdrücklich Lob: "Ich übernehme ein sehr wohlbestelltes Haus und danke Herrn Doktor Jochum." Er werde den "Erfolgskurs der ORF-Radios fortsetzen", so Rammerstorfer. Er wechsle "mit einem lachenden und einem weinenden Auge" in das Funkhaus, "ich war sehr gerne Landesintendant in Oberösterreich".

Scolik: Programm für Junge

Reinhard Scolik, neuer Programmdirektor, kündigte Kulturschwerpunkte, einen Fokus auf Unterhaltung sowie einen "eigenen Programmbereich für die jungen Zielgruppen" an: "Da werde ich einiges neu machen." Darüber hinaus werde er die Landesstudios in die Programmproduktion einbeziehen.

Draxler: ORF-Information kein willfähriges Instrument

Gerhard Draxler, neuer Informationsdirektor, erklärte, dass die ORF-Information mit den "besten Journalisten des Landes" eine "hohe Performance und Qualität" liefere. "Sie ist ganz sicher kein Kampforgan gegen irgendeine Partei, Interessensorganisation oder Person, aber auch sicher kein willfähriges Instrument", betonte er. Er werde "Ausgewogenheit, Fairness und Objektivität" sicherstellen.

Wrabetz: Erfolgreichen Weg fortsetzen

"Ich freue mich auch, dass ich da bin", leitete Alexander Wrabetz sein Statement ein. Der "neue alte" Kaufmännische Direktor zeigte sich überzeugt, dass "mit diesem Team die Voraussetzungen gegeben sind, dass der erfolgreiche Weg fortgesetzt wird". Die Situation sei "nicht einfach", es gelte die Herausforderung zu meistern, den gesetzlichen Programmauftrag mit der Attraktivität für die Werbewirtschaft zu vereinen.

Aufschnüren des "Pakets" wäre "sehr sehr mühsam" gewesen

Dass sich die oberösterreichische Landesregierung zuletzt noch gegen Helmut Obermayr als neuen ORF-Landesdirektor in Linz ausgesprochen hatte, "macht mich nicht fröhlich", sagte Lindner. Klaus Pekarek, Kärntner Mitglied und Vorsitzender des Stiftungsrats, erklärte dazu, es sei klar gewesen, dass es sich um einen Teamvorschlag der Generaldirektorin gehandelt habe. Allen Beteiligten sei bewusst gewesen, dass bei einem Aufschnüren der "Pakets" die Beschlussfassung "sehr sehr mühsam" gewesen wäre.

Stiftungsrätin Helga Rabl-Stadler betonte nach der Sitzung, die heutige Bestellung sei ein "großer Vertrauensvorschuss" gewesen. "Die Direktoren wurden gewählt, weil sie von Generaldirektorin Lindner vorgeschlagen wurden."

Lindner: "Quotenfrauen machen keinen Sinn"

Dass unter den heute bestellten Direktoren nur eine Frau - Brigitte Wolf, die neue ORF-Chefin für Wien - zu finden ist, kommentierte Lindner bedauernd. Aber: "Quotenfrauen machen keinen Sinn"; bekräftigte sie ihre mehrmals geäußerte Ansicht. Sie sei "stark unterwegs gewesen" auf der Suche nach Frauen für die Führungsebenen. "Das wird die Aufgabe der nächsten Jahre sein, jüngere Frauen an die Spitze heranzuführen." (APA)

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