Unkontrollierter Absturz eines deutschen Satelliten möglich

8. Februar 2002, 13:28
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Offenbar keine Steuervorrichtungen vorhanden

Köln - Der 1999 abgeschaltete deutsche Röntgensatellit "Rosat" droht laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Spiegel", unkontrolliert auf die Erde stürzen. Rund zwei Drittel des 2,4 Tonnen schweren Flugobjektes würden voraussichtlich nicht in der Atmosphäre verglühen, sondern auf der Erdoberfläche aufschlagen. Der 1990 ins All geschossene Satellit verfüge über keinerlei Vorrichtungen, um den Absturz steuern zu können, berichtete das Magazin.

Der Sprecher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Peter Zarth, bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur AP, dass inzwischen Szenarien entwickelt würden, um eine mögliche Gefährdung der Bevölkerung zu vermeiden. So werde etwa geprüft, ob ein anderer Satellit an "Rosat" ankoppeln könne, um das Himmelsobservatorium gezielt über dem Meer zum Absturz zu bringen.

Zeit genug für eine derartige Maßnahme gäbe es. Mit einem Absturz des Satelliten ist laut DLR erst 2005, wahrscheinlich sogar erst 2009 zu rechnen. Doch schätzen Experten die realen Gefahren ohnehin gering ein. "So weit bekannt ist, wurde noch nie ein Mensch durch Reste eines Satelliten getroffen oder gar verletzt", betonte Zarth. (APA)

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