Grüne sehen ORF "fest in schwarzer Hand" - SPÖ "zufrieden"

8. Februar 2002, 13:25
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Schennach: Unter gegebenen Bedingungen aber "relativ akzeptable Mannschaft" - Cap: Fachlich qualifizierte Personen

Für die Grünen ist der ORF "nun fest in schwarzer Hand", erklärte Mediensprecher Stefan Schennach am Freitag in einer Aussendung. Die FPÖ sei, "wie voraus zu sehen war, in der ersten Reihe weitgehend leer ausgegangen". Angesichts des engen politischen Korsetts für die neue Generaldirektorin Monika Lindner, das von der Regierung und vor allem der ÖVP vorgegeben gewesen sei, bezeichnete Schennach die personelle Zusammensetzung der Geschäftsführung des ORF als "relativ akzeptable Mannschaft".

Seledec und Wehrschütz seien "verhindert" worden

Immerhin seien Walter Seledec und Christian Wehrschütz in zentralen Positionen "verhindert" worden. Die neue Geschäftsführung müsse nun nach dem "Säbelrasseln der Politik und den Jubelrufen der blau-schwarzen Bundesregierung" einen Weg der Objektivität und journalistischen Fairness beschreiten, wie es die Buchstaben des Gesetzes für einen öffentlich-rechtlichen Sender vorsehen, fordert Schennach.

Schennach kritisiert Frauenanteil

Besonders bedauerlich ist für Schennach, dass der Frauenanteil trotz der ersten weiblichen Generaldirektorin in der Geschichte des Unternehmens nicht erhöht wurde. Wie unter Weis gibt es nur zwei Frauen in der Geschäftsführung. Zur Kritik der oberösterreichischen Landesregierung merkt Schennach an, dass eine Landesregierung keine Auswahl der Landesdirektoren zu treffen noch zu bestätigen habe, denn der ORF unterliege nicht den Konkordatsbestimmungen. Besonders scharf kritisiert Schennach, dass die Landeshauptleute im Vorfeld ihre Wunschliste für die Landesdirektoren abgeben konnten, wie früher bei der Kür der Intendanten.

SPÖ zufrieden

Zufrieden mit dem neuen ORF-Direktorium zeigte sich am Freitag die SPÖ. Es seien "fachlich qualifizierte Personen" gewählt worden, stellte der geschäftsführende SPÖ-Klubobmann Josef Cap gegenüber dem Pressedienst der SPÖ fest. ORF-Generaldirektorin Monika Lindner habe damit einen ersten, positiven Schritt gesetzt. Dass diesem weitere folgen, sei sowohl für die Beschäftigten des Unternehmens als auch für die Hörer und Seher des ORF zu hoffen, meinte Cap. (APA)

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