RAM-Preise weiter am Steigen

8. Februar 2002, 16:21
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Speicherhersteller freuen sich - PC-Käufer müssen Verteuerungen hinnehmen

Asiatische Newsdienste haben neue, für PC-Käufer unerfreuliche, für die Speicherbranche durchaus freudige, Berichte zu weiteren Verteuerungen bei Speicher-Bausteinen veröffentlicht. Demnach sollen die Preise für RAM weiter kräftig anziehen.

Höhere Preise auch für Endkunden

Hynix und Samsung haben bereits vor einigen Tagen neue Preislisten mit teureren Speicher-Bausteinen an ihre Vertragskunden geschickt. Die preise an den Spotmärkten erreichen neue Zwischenhochs. Auch Endkunden werden Verteuerungen hinnehmen müssen. Vor allem für Double- und Single-Data-Rate-DIMMs nach PC2100- beziehungsweise PC133-Standard werden erhebliche Preis-Steigerungen erwartet. Laut dem amerikanischen Speicher-Hersteller Micron sind die Preise zwar auf einem neuen Hoch, doch im Vergleich zum Februar 2001 sind RAMs noch immer um bis zu 30 Prozent billiger zu haben.

Keine Hamsterkäufe notwendig

Zwar kann niemand sagen wie lange der aufwärtstrend noch anhalten wird, aber Micron rät von übereilten Hamsterkäufen ab. Für die Speicher-branche scheint die Schwelle für eine kostendeckende Produktion bald erreicht. Experten rechnen, dass ein RAM-Baustein in seiner Herstellung bei modernster Produktion einen Produzenten um die 4 Dollar kosten sollte.

Auslöser

Laut einem Bericht der Bostoner Investmentbank Fechter, Detwiler & Co. könnte der plötzliche Anstieg der DRAM-Preise auch durch den Zusammenbruch des US-Energiekonzerns Enron beeinflusst worden sein. Enron hatte sich mit den Abteilungen "Enron Broadband Services" (EBS) und "Enron Global Semiconductor Services" (EGSS) das Ziel gesetzt eine Art Terminhandel für Speicherchips aufzubauen. Durch solche Termingeschäfte hätten große Firmen ihre Lagerbestände reduzieren können, da sie nicht mehr spekulativ einkaufen müssten. Doch nun ist auch diese Enron-Sparte in den Konkurs geschlittert.

Kooperationen und Lagerabbau

Viele Computerfirmen hätten sich auf die Termingeschäfte schon eingestellt und haben nun wieder mit größeren Lagerbeständen zu kämpfen. Interessant für die weitere Preisentwicklung werden auch zukünftige Kooperationsverhandlungen der Speicher-Riesen sein.(red)

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