Drei bis fünf Prozent des Wahlkampfbudgets für Internet-Kampagnen

8. Februar 2002, 12:55
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Zehn Prozent lassen sich von Politik im Netz beeinflussen, ergibt VP-Studie

Mit der Bedeutung von Politik im Internet beschäftigt sich eine von der Politischen Akademie der ÖVP durchgeführte Studie. Das Ergebnis: Die Politik und die politischen Parteien haben im Netz eine "neue Heimat" gefunden. Die Einstellung für eine Partei hängt aber nur zu einem relativ kleinen Teil vom Internetauftritt der Partei ab. Nur zehn Prozent der befragten 1.000 Internetuser gaben an, dass sie der Internetauftritt beeinflusse, 75 Prozent glauben, nicht beeinflusst zu werden. Ganz anders verhält es sich nach wie vor mit dem Fernsehen. 78 Prozent gaben an, dass ihre Einstellung von Interviews und Diskussionen mit Politikern im Fernsehen beeinflusst werde.

Internet für künftige Wahlkämpfe von größerer Bedeutung

Die Internetumfrage wurde im November 2001 im Auftrag der Politischen Akademie vom Institut Fessel GfK durchgeführt. Befragt wurden 1.000 Internetuser, die im Durchschnitt aber jünger, urbaner und besser gebildet sind und über ein höheres Einkommen verfügen. Die Umfrage ist deshalb nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung.

Der Leiter der Akademie, Günther Burkert-Dottolo, geht davon aus, dass das Internet für künftige Wahlkämpfe dennoch von größerer Bedeutung sein wird. Defizite bei den österreichischen Parteien bestünden derzeit noch bei der Nutzung von interaktiven Möglichkeiten, ergänzt sein Stellvertreter Peter Danich. Er nehme an, dass in Zukunft rund drei bis fünf Prozent der gesamten Wahlkampfkosten in Internetkampagnen fließen werden.

Internet als "fund raising"-Tool

Auch der Bereich "fund raising", also das Sammeln von Spenden, könnte über das Internet ausgebaut werden. Der Wahlkampf von John McCain im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahl wäre ein gutes Beispiel dafür gewesen, dass auch jene Leute mobilisiert werden könnten, die ansonsten nicht für Parteien spenden. Die Ergebnisse der Studie möchte die ÖVP auch dazu nutzen, um ihre Homepage und die Ausbildung ihrer Mitarbeiter zu verbessern.

Gefragt wurde auch nach dem Stellenwert des Heimatbegriffes für die Internetnutzer. Für die Auftraggeber war überraschend, dass die Befragten dabei zuerst an Begriffe wie Familie, Freunde oder Vertrautheit denken und erst danach an Landschaft, Kultur oder Muttersprache. Sie interpretieren dieses Ergebnis so, dass die Österreicher im Netz "eine neue Heimat gefunden" hätten. Das Internet könne regionale Entwicklungen und die Rückbesinnung auf die eigene Region verstärken, meinte Danich. (APA)

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