Angeblich "regelrechte Jagd" auf frühere Serbenführer geplant

8. Februar 2002, 18:04
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Internationale Gemeinschaft setzt Karadzic und Mladic laut Medienberichten eine einmonatige Frist für freiwillige Stellung

Belgrad - Die internationale Staatengemeinschaft hat den einstigen bosnisch-serbischen Führern, Radovan Karadzic und Ratko Mladic, eine einmonatige Frist für die freiwillige Stellung vor dem Haager UNO-Kriegsverbrechertribunal eingeräumt, wie Belgrader Medien berichteten. "Werden sie sich nicht stellen, so wird ihre Festnahme angeordnet werden, die sich in eine regelrechte Jagd verwandeln wird", so der Inhaber einer Belgrader Detektivagentur, der einstige serbische hohe Polizeifunktionär Bozidar Spasic.

Laut Spasic läuft in Bosnien zur Zeit eine Aktion unter dem Codenamen "Der letzte Falkenflug", die darauf abzielt, das ganze Gebiet elektronisch zu überwachen. Auch soll die Bereitschaft der SFOR-Truppen neuerdings um 30 Prozent erhöht werden. Die bosnisch-serbische Regierung hatte diese Woche die mutmaßlichen Kriegsverbrecher aufgefordert, sich innerhalb von 30 Tagen dem UNO-Tribunal zu stellen.

Die serbische Tageszeitung "Gradjanski list" berichtet indes, dass sich der frühere jugoslawische Generalstabchef Dragoljub Ojdanic, der vom Haager Tribunal wegen Kriegsverbrechen im Kosovo angeklagt worden war, neuerdings unter Militärschutz in einem Appartement verstecke. Laut dem Blatt ist Ojdanic zur Zeit damit befasst, seine Verteidigung zu verfassen. Sie beruhe auf der Feststellung, dass er sich während des Kosovo-Krieges nie in der Provinz aufgehalten habe, heißt es in gut unterrichteten Kreisen. Ojdanic will angeblich auch seine Schuld auf Grund seiner Kommandoverantwortung zurückweisen.(APA)

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