Post: Internet-Brief kommt im Sommer

8. Februar 2002, 12:12
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Bezahlung über Provider wird angestrebt

Die österreichische Post wird voraussichtlich ab Juli mit "Schreiber.link" ein Service anbieten, bei dem Briefe, Postkarten und Telefaxe übers Internet versandt und dann physisch zugestellt werden. Die Preise bezifferte Walter Trezek, Abteilungsleiter für neue Technologien der Post AG mit 1,50 Euro pro Brief und einem Euro pro Postkarte.

Abrechnung über Provider

Die Abrechnung soll nach den Vorstellungen der Post über die Telefonrechnung des jeweiligen Providers erfolgen. Zu Beginn will die Post private User ansprechen, in weiterer Folge werde es weitere Produkte für Klein- und Mittelbetriebe und auch Mehrwertdienste für jedermann geben - wie den "eingeschriebenen Brief über das Internet", erklärte Trezek.

Brief wird ausgedruckt, gefalzt und beschriftet

Bei dem "normalen" Online-Brief gibt der User auf der Post-Site Text, eigene Adresse sowie die Anschrift des Empfängers an. Nach dem Senden führt eine Maschine namens "Mail Printer" in einem geschlossenen Vorgang folgende Arbeitsgänge aus: Der Brief wird ausgedruckt, gefalzt, das Kuvert beschriftet sowie mit Briefmarke versehen, der Brief in das Kuvert gesteckt und verschlossen. Danach fällt der fertige Brief in einen Sack. "Durch dieses Verfahren bleibt das Briefgeheimnis gewahrt´", so Trezek. Beim Postkarten-Service kann zusätzlich noch ein gewünschtes Motiv ausgewählt werden.

1.800 bis 2000 Briefe pro Tag

Der "Mail-Printer" ist laut Trezek ein kleiner, handlicher Laserdrucker mit Kuvertiereinheit, der auf den Kleinanwendermarkt zugeschnitten ist. Er kann 1.800 bis 2.000 Briefe und Postkarten pro Tag "erzeugen" und kostet der Post in der Anschaffung knapp über 7.000 Euro. Die Maschinen werden in den Verteilzentren der Post aufgestellt und sollen je nach Bedarf zuerst in Wien und dann auch in den Bundesländern zum Einsatz kommen. Das System ist je nach Bedarf phasenweise erweiterbar. Weltweit einziger Hersteller ist die britische Firma PFE.

Die ersten Online-Briefe mit physischer Zustellung werden im Frühjahr von den so genannten "E-Points" der Post verschickt werden können. "Die Bezahlfunktion hält uns zurzeit noch von einem Roll-out ab", so Trezek. Derzeit werde mit Europay daran gearbeitet, die E-Points mit Bezahlfunktion auszustatten. Dann könne der Betrag per Bankomatkarte abgebucht werden.

Als weiterführende Services und Produkte denkt die Post unter anderem an spezielle Adress-Suchfunktionen oder die Möglichkeit, eingeschriebene Briefe mit dem "Internet-Verfahren" von zu Hause aus versenden zu können. "Dann können auch Anträge bei der Sozialversicherung vom Heimcomputer aus gestellt werden", so Trezek. Speziell sollen auch Angebote für Klein- und Mittelbetriebe gemacht werden: Der Massenversand wird dann möglich, "wenn die Fulfillment-Komponente auf eine andere Ebene gestellt wird".(pte)

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