"Auch Lesben und Schwule sind elterntauglich"

8. Februar 2002, 11:51
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Schweiz: Katholischer Frauenbund plädiert für neue Familienformen

"Es ist nicht einzusehen, warum gleichgeschlechtlich orientierte Menschen in einer auf Dauer angelegten Partnerschaft nicht ebenso verantwortliche, fürsorgliche und liebende Eltern sein können, wie heterosexuelle. In einer Gesellschaft, in der neue Familienformen in verschiedenen Kombinationen möglich sind - darunter viele Einelternfamilien -, ist das Argument, ein Kind brauche unbedingt einen Vater und eine Mutter, nicht stichhaltig."

Diese Aussage stammt von der Vizepräsidentin des Schweizerischen Katholischen Frauenbundes (SKF), abgegeben am Dienstag im Rahmen einer Stellungnahme zum geplanten Gesetz über die registrierte Partnerschaft gleichgeschlechtlicher Paare.

Deshalb sollten auch gleichgeschlechtliche Partner bzw. Partnerinnen das Sorgerecht erhalten können, falls der leibliche Elternteil stirbt. Dasselbe gelte für die mögliche Stiefkindadoption, die sich am Kindswohl zu orientieren habe. Der SKF fordert die Bundesrätin (Justizministerin) Ruth Metzler zudem auf, möglichst bald auch eine Verfassungsänderung in die Wege zu leiten, welche dem ausländischen Teil einer Partnerschaft die erleichterte Einbürgerung ermöglicht.

Dem SKF gehören etwa 250 000 Mitglieder an. Er setzt sich seit einiger Zeit engagiert für die Rechte von Lesben, Schwulen und Bisexuellen in Kirche und Gesellschaft ein. Die Politik des Katholischen Frauenbundes ist von der "befreienden Botschaft Gottes" bestimmt, einer "Botschaft, die keine Diskriminierung zulässt." (Jutta Zalud)

Die vollständige Stellungnahme zum Gesetztesentwurf findet sich auf der Homepage des
SKF

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