Pakistan sichert Karsai Unterstützung zu

8. Februar 2002, 14:26
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Derzeit rund drei Millionen afghanischer Flüchtlinge in Pakistan

Islamabad - Der pakistanische Militärmachthaber Pervez Musharraf hat dem afghanischen Regierungschef Hamid Karsai volle Unterstützung zugesichert. Pakistan sei daran interessiert, ein friedliches, stabiles, geeintes und blühendes Afghanistan als "brüderlichen Nachbarn" zu haben, sagte Musharraf am Freitag beim ersten offiziellen Besuch Karsais in Islamabad. Für den Aufbau der Verwaltung werde Pakistan Afghanistan eine Soforthilfe von zehn Millionen Dollar (11,6 Millionen Euro) zur Verfügung stellen. Islamabad hat bereits 100 Millionen Dollar für den Wiederaufbau in Afghanistan zugesagt.

Belastete Beziehungen wegen pakistanischer Unterstützung der Taliban

Die gegenseitigen Beziehungen sind belastet. Pakistan galt bis zuletzt als wichtigster Unterstützter der gestürzten radikalislamischen Taliban-Miliz. Erst nach den Terroranschlägen in den USA hatte sich Pakistan der von den USA geführten Anti-Terror-Allianz angeschlossen. Die Taliban werden auch für den Mord an Karsais Vater verantwlrtlich gemacht. Dazu kommt noch, dass Karsais Regierung von der Nordallianz beherrscht wird, die gute Beziehungen zu Indien unterhält. Karsai ist Paschtune wie die meisten der rund drei Millionen afghanische Flüchtlinge, die sich derzeit in Pakistan aufhalten. Seiner Regierung gehören überwiegend Tadschiken an, wie zum Beispiel Außenminister Abdullah Abdullah. Dieser ist zusammen mit Karsai nach Pakistan gereist.

Zusammenarbeit beim Wiederaufbau

Bei den Gesprächen Karsais mit Musharraf ging es in erster Linie um die künftige Zusammenarbeit beider Länder und den Wiederaufbau Afghanistans. In der Hauptstadt Kabul und in Kandahar müssen viele Häuser in Stand gesetzt werden. Außerdem sind zahllose Brücken und fast das gesamte Straßennetz zerstört. Die pakistanische Industrie erhofft sich Aufträge durch das Wiederaufbauprogramm.

Karsai (44) hatte bis Ende vergangenen Jahres als Flüchtling in Pakistan gelebt und war von dort aus in seine Heimatprovinz Kandahar gegangen, um gegen die Taliban zu kämpfen. Er war im Dezember zum Chef der Übergangsregierung ernannt worden.(APA/dpa/AP)

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