OÖ-Landesregierung lehnt Bestellung von Helmut Obermayr als Landesdirektor ab

8. Februar 2002, 10:47
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"Besondere Nähe von Obermayr zur VP" - SP fühlt sich übergangen

Für Gesprächsstoff bei den eintreffenden Stiftungsräten sorgte am Freitagmorgen ein Beschluss der oberösterreichischen Landesregierung, der kurz nach Sitzungsbeginn auch via Aussendung der SPÖ Oberösterreich veröffentlicht wurde. Demnach lehnt die Landesregierung, die dem Vernehmen nach noch Donnerstag Nacht um 23.00 zusammengetreten war, die Bestellung von Helmut Obermayr zum Direktor des Landesstudios ab.

Der derzeitige Religionschef im Hörfunk gilt als Favorit für den Chefsessel im oberösterreichischen ORF. Landeshauptmann-Stellvertreter Erich Haider (S) begründete die Ablehnung Obermayrs damit, dass "seitens des ORF eine Äquidistanz zu allen Parteien gewahrt bleiben muss und die besondere Nähe von Dr. Obermayr zur VP im Widerspruch dazu steht". Landeshauptmann Josef Pühringer (V) habe den Koalitionspartner SPÖ übergehen wollen, hieß es weiter seitens der SPÖ Oberösterreich.

Haider betonte, er erwarte sich, "dass die ORF-Generaldirektorin diesen Beschluss der oberösterreichischen Landesregierung respektiert", hieß es abschließend. Seit 1945 sei kein ORF-Landesintendant "gegen die Stellungnahme der Landesregierung" bestellt worden. Im neuen ORF-Gesetz, das seit Anfang des Jahres in Kraft ist, ist von einer "Stellungnahme des betreffenden Landes" die Rede. (APA)

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