Küsse können für Neugeborene im Extremfall tödlich sein

8. Februar 2002, 10:44
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Lebensgefahr durch eine Übertragung von Herpes-Viren in den ersten Lebenswochen

Marburg - Küsse können für Neugeborene unter Umständen tödlich sein. Vor allem in den ersten zwei bis sechs Lebenswochen ist eine Übertragung von Herpes-Viren besonders gefährlich, wie das Deutsche Grüne Kreuz in Marburg betont. Da der Säugling nur über ein schwaches Immunsystem verfüge, könnten sich die Erreger ungehindert im Körper des Babys ausbreiten und die inneren Organe und das Gehirn befallen. Eine mögliche Folge sei eine Hirnhautentzündung des Kindes.

Für Eltern und Besucher gelte daher in dieser Zeit ein absolutes Kussverbot, betonten die Experten. Ein Infektionsrisiko besteht den Angaben zufolge aber auch beim gemeinsamen Verwenden eines Glases oder Löffels oder dem Benutzen derselben Zahnbürste. Gefährlich werde eine Herpes-Infektion des Kindes auch während der Schwangerschaft und der Entbindung. Die Viren könnten dann zu bleibenden neurologischen Schäden, zu Fehlgeburten und Fehlbildungen führen. Schwangere, die zum Zeitpunkt der Geburt eine Herpes-genitalis-Infektion haben, sollten sich für eine Geburt per Kaiserschnitt entscheiden.

Eine Erstinfektion zeigt sich dem Grünen Kreuz zufolge bei Kindern und Säuglingen vor allem an der so genannten Mundfäule. Deren Symptome sind rotes Zahnfleisch, kleine weiße Erhebungen auf Zunge, Gaumen und Zahnfleisch und eventuell Fieber. (APA)

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