Neuer Bluttest auf Eierstockkrebs in Entwicklung

12. Februar 2002, 08:10
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Mit Hilfe eines "Schnappschusses" der Proteine soll Früherkennung gesteigert werden

Washington/London - Die Analyse von mehreren tausend verschiedenen Eiweiß-Substanzen im Blut könnte eventuell eine neue Möglichkeit für die frühe Diagnose von Eierstockkrebs bieten. Das geht aus einer wissenschaftlichen Arbeit hervor, die am Freitag früh von der britischen Medizin-Fachzeitschrift "The Lancet" elektronisch freigegeben wurde. Die eigentliche Veröffentlichung in dem Journal wird erst am 16. Februar erfolgen.

Erkennung im Frühstadium

"Neue Techniken zum Entdecken von Eierstockkrebs im frühen Stadium sind dringend notwendig. Die Krankheit wird oft erst in einem späten Stadium erkannt. Dann beträgt die Fünf-Jahres-Überlebensrate nur noch etwa 35 Prozent", teilte die Fachzeitschrift mit.

Die US-Wissenschafterin Jennifer Michalowski vom Nationalen US-Krebsinstitut (NCI) und ihre KollegInnen entwickelten deshalb eine Methode auf der Basis der so genannten Massenspektroskopie, mit der man wie in einer Art "Schnappschuss" mit einem Schlag tausende Proteine nach ihrer Größe und ihrer elektrischen Ladung sortieren, also bestimmen, kann. Die ExpertInnen verwendeten zusätzlich noch ein Computerprogramm, das in Anlehnung an "artificial intelligence" entwickelt worden war.

Die ersten Ergebnisse - allerdings bloß in der Untersuchung von Blutproben im Nachhinein: Mit der Methode konnten alle von 50 Frauen in einem Blindversuch erkannt werden, welche bestätigt an der bösartigen Erkrankung litten. Auch darunter befindliche 18 Frauen, bei denen die Krankheit glücklicherweise im Frühstadium entdeckt worden war, wurden mit dem neuen Verfahren entdeckt. Unter 66 Frauen, die keine bösartige Erkrankung hatten, gab es 63 Befunde, die das bestätigten.

Hohe Treffsicherheit

Somit wiesen die Untersuchungen eine Sensitivität (Fähigkeit zur Entdeckung der Krankheit bei wirklich Betroffenen) von 100 Prozent und eine Spezifität (Fähigkeit zum Ausschluss einer bösartigen Erkrankung) von 95 Prozent. Letzteres bedeutet umgekehrt, dass nur bei fünf Prozent der Gesunden ein zunächst falsch positiver (krankhafter) Befund auftauchte.

Allerdings handelt es sich erst um vorläufige Resultate, die zur Entwicklung einer echten anwendbaren Diagnosemethode noch mehrfach und in viel größerem Maßstab bestätigt werden müssen. Gerade bei solchen Verfahren kommt es auf eine möglichst große Zuverlässigkeit an. (APA)

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