"Alles Walzer, viel Vergnügen und Adieu"

8. Februar 2002, 06:37
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Traditionelles Programm und viele Promis

Wien - In ihrem dritten Jahr als "Ballmutter" hat die Reform von Elisabeth Gürtler und Direktor Ioan Holender endgültig gegriffen: Der Höhepunkt des Faschings, der in der Nacht auf Freitag im Haus am Ring reibungslos über die Bühne ging, bestach mit einem traditionellen Programm. "Trotzdem bin ich erleichtert, dass es vorbei ist", sagte Gürtler gegen Ende der Nacht.

"International der schönste Ball"

Die Politik - an der Spitze Bundespräsident Thomas Klestil mit der finnischen Präsidentin Tarja Halonen und dem slowakischen Präsidenten Rudolf Schuster - war wie üblich zahlreich vertreten. "Es ist auch international der schönste Ball", meinte Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer (F). Obwohl sie bereits in den frühen Morgenstunden zu den Olympischen Spielen nach Salt Lake City aufbrechen musste, ließ sie sich den Abend nicht entgehen. Vor allem wegen ihres Mannes, wie sie betonte. "Er ist ein leidenschaftlicher Tänzer." Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (F) zollte der Veranstaltung ebenfalls Respekt. "Der Kärntner Redout kann er aber nicht das Wasser reichen", erklärte Haider.

Außenministerin Benita Ferrero-Waldner (V) wurde von ihrem slowenischen Amtskollegen Dimitrij Rupel begleitet. "Ich kann leider nicht allzu lange bleiben, weil ich morgen beim informellen Außenministertreffen in Spanien sein muss", bedauerte die Ressortchefin. Dabei gehe sie seit ihrer Jugend sehr gerne auf Bälle.

Alles Walzer und adieu

Der heimliche Höhepunkt des Abends war ein Abschied. Nach 21 Opernbällen, bei denen Robert Hysek mit den Debütantinnen und Debütanten die Eröffnung einstudiert hatte, hatte der ehemaligen Leiter der Tanzschule Elmayer bei der heurigen Veranstaltung seinen letzten Auftritt. Und den beging er auf seine Weise: Aus dem legendären "Alles Walzer und viel Vergnügen", mit dem er alljährlich die Tanzfläche für das Publikum freigegeben hatte, wurde ein "Alles Walzer, viel Vergnügen und Adieu". Das Opernballpublikum bedankte sich mit tosendem Applaus und "Bravo"-Rufen. "Ich bin vor allem erleichtert", meinte Hysek nach seinem letzten Auftritt. Wehmut verspüre er - noch - nicht.

Auch die Wirtschaft war stark vertreten. Der Austro-Kanadier Frank Stronach, dezent geschmückt mit dem Orden "Lord of Canada" und dem Österreichischen Verdienstkreuz, war so vom Opernball begeistert, dass er insgeheim schon Übernahmepläne schmiedete. "Wenn er zu verkaufen ist, melde ich mich", scherzte der Bundesligapräsident. (APA)

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