Kucan: Gute Beziehungen zu Nachbarn nicht auf Kosten der Minderheit

7. Februar 2002, 22:01
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Laibachs Präsident empfängt Vertreter der slowenischen Volksgruppen in Österreich, Italien, Ungarn und Kroatien

Laibach/Wien - Die guten Beziehungen Sloweniens zu seinen Nachbarstaaten sollen nicht auf Kosten der dortigen slowenischen Minderheiten gehen, betonte der slowenische Präsident Milan Kucan am Donnerstagabend in Laibach. Anlässlich des slowenischen Kulturfeiertages am 8. Februar empfing er Vertreter der slowenischen Minderheiten in Österreich, Italien, Ungarn und Kroatien. Kucan bezeichnete die Lage der slowenischen Minderheiten als Bestandteil der guten und freundschaftlichen Beziehungen zu den Nachbarstaaten, meldet die slowenische Nachrichtenagentur STA.

Der slowenische Präsident übte auch Selbstkritik. Es sei eine "Sünde" gewesen, dass Slowenien in den ersten Jahren nach Erlangung seiner Unabhängkeit auf seine Verantwortung den Minderheiten gegenüber "vergessen" habe. Dies habe sich aber geändert, sodass die slowenischen Minderheiten nunmehr in Laibach "Gesprächspartner bekommen hat, die ihre Probleme kennen und ihr bei der Suche nach Lösungen helfen".

"Die guten Beziehungen mit den Nachbarstaaten sind ein Zeugnis der Normalisierung und Demokratisiertheit eines Staates, sie dürfen aber nicht auf Kosten der Minderheiten gehen", sagte Kucan. Er rief die Minderheitenvertreter auf, darüber nachzudenken, "was wir alle tun dafür tun können, dass das Slowenentum in Hinkunft als starke, innerlich verbundene und gleichzeitig weltoffene Gemeinschaft überleben wird können".

Kucan war zuvor auch zu Einzelgesprächen mit den Minderheitenvertretern zusammengekommen. Aus Österreich nahmen der stellvertretende Vorsitzende des Rates der Kärntner Slowenen, Stefan Lesjak, der Vizechef des Verbandes slowenischer Organisationen Filip Ogris-Martic und die Vizevorsitzende des steirisch-slowenischen Vereins "Artikel 7", Susanne Waitlaner, teil.(APA)

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