Zeitgenossin der Pyramiden von Gizeh: die Anden-Stadt Caral

9. Februar 2002, 20:00
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Die vermutlich älteste Stadt beider Amerikas ist in Zerfallsgefahr

Lima - Archäologen fürchten um die Erhaltung der Überreste der vermutlich ältesten Stadt Amerikas. "Tausende von Jahren sind vergangen, und einige Wände geben nach", sagte Ruth Shady, Leiterin der Ausgrabungsarbeiten der Stadt Caral, die 185 Kilometer nördlich von Lima liegt, am Mittwoch. Die bisher ausgegrabenen Fundstücke stammen den Experten zufolge aus der Zeit von 2600 vor Christus. "Nirgendwo in Peru oder in Amerika ... gibt es eine Stadt, die so alt ist". Zu jener Zeit wurden in Ägypten die berühmten Gizeh-Pyramiden gebaut. Erosion und Temperaturschwankungen könnten die historischen Funde nun zerstören, hieß es.

Es gebe Anzeichen, dass die Baustrukturen, die Jahrhunderte überstanden hätten, ohne Unterstützung zusammenbrechen könnten, sagte Shady. Die Farbe der Bauteile werde durch die täglichen Temperaturschwankungen angegriffen. Die peruanische Regierung hat umgerechnet mehr als 590.000 Euro für Erhaltungsmaßnahmen der uralten Stätte versprochen. Auch internationale Spenden seien dringend nötig, sagte Shady. Die Erhaltung von Caral gehe nicht nur die Peruaner an, sondern die ganze Menschheit. Die Forscherin hofft außerdem, dass sich der Komplex aus Steintempeln, Altären und Behausungen in einem Wüstental zu einem Anziehungspunkt für Touristen entwickeln werde.

Zu den bisher wertvollsten Funden der 65 Hektar umfassenden Ausgrabungsstätte gehören 32 Flöten aus Knochen von Pelikanen und Kondoren, auf denen Bilder von Affen, Vögeln und Gesichtern eingeritzt sind. Außerdem entdeckte das Team um Shady ein Amphitheater mit einem Durchmesser von 30 Metern. (APA/Reuters)

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