Um Camilo Jose Celas Erbe wird gestritten

7. Februar 2002, 17:57
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Sohn will "bis zum Ende kämpfen"

Madrid - Drei Wochen nach dem Tod des spanischen Schriftstellers Camilo Jose Cela kündigt sich ein erbitterter Streit um das Erbe des Nobelpreisträgers an. In seinem Testament vermachte der im Alter von 85 Jahren gestorbene Autor ("Der Bienenkorb") sein gesamtes Vermögen seiner zweiten Ehefrau Marina Castaqo (45), wie die Presse am Donnerstag berichtete.

Sein einziger Sohn Camilo Jose Cela Conde (56) erhielt lediglich ein Bild von Joan Miro im Wert von rund 700.000 Euro, das der Vater ihm aber bereits vor Jahren als Schenkung überlassen hatte. "Ich werde bis zum Ende um das Erbe kämpfen", kündigte der Sohn des Literaten an, dessen zwölfjährige Tochter Camila ebenfalls leer ausging.

Zwischen dem Nobelpreisträger und seinem Sohn, von Beruf Anthropologe und Hochschulprofessor, war es Ende der 80er Jahre zum Bruch gekommen, nachdem sich Cela nach 45 Jahren Ehe von seiner ersten Frau Rosario Conde getrennt hatte, um die 40 Jahre jüngere Journalistin Castaqo zu heiraten. Der Streit ging so weit, dass der Autor seinen Sohn vor Gericht auf die Rückgabe des Miro-Gemäldes verklagte. Er unterlag aber.

Nach spanischem Recht steht Camilo Jose Cela Jr. mindestens ein Drittel des Erbes zu. Die Anwälte des Schriftstellers beharren darauf, dass der Wert des Miro-Bildes dieser Summe entspricht. In dem Streit geht es auch um den Unterhalt für Celas Ex-Frau, dessen Zahlung er jahrelang verweigerte.

Nun muss festgestellt werden, wie groß das Vermögen des Autors wirklich ist. Allein der Fundus der von seiner Witwe geleiteten Cela-Stiftung war 1991 auf mehr als acht Millionen Euro geschätzt worden. Dort lagern die Original-Manuskripte der Bücher des Nobelpreisträgers, fast 100.000 Briefe sowie rund 500 Kunstwerke, deren Wert noch nicht aktualisiert worden ist. (APA/dpa)

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