Elsa akut von Pleite bedroht - Verhandlungen mit Banken, Investoren

15. Februar 2002, 15:01
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Sieben Banken haben Kreditlinien gekündigt, weitere Fälligstellungen drohen

Der nach der Kündigung von Kreditlinien unter Druck geratene deutscher Hersteller von Computerzubehör Elsa AG führt nach eigenen Angaben derzeit Gespräche mit Banken und potenziellen Investoren, um eine Insolvenz abzuwenden.

"Ergebnis der Verhandlungen noch offen"

"Das Ergebnis der Verhandlungen ist aber noch offen", sagte Firmensprecher Sven Heyden am Freitag. Elsa, am Neuen Markt notiert, hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, der Vorstand prüfe derzeit, ob die Voraussetzungen zur Stellung eines Insolvenzantrages gegeben seien.

Sieben Banken hatten Elsa mit Wirkung zum 15. Februar ein Kreditvolumen von 28 Mill. Euro (385 Mill. S) gekündigt.

10 Millionen Euro bis 30. März

Zum 30. März werden zudem weitere 10 Mill. Euro eines anderen Institutes fällig. Verhandlungen mit den Banken über eine Ablösung der Kredite durch einen Drittinvestor wurden am Donnerstag vergangener Woche für gescheitert erklärt. Mittel für die Begleichung stünden nicht zu Verfügung, hieß es.

Das Tagesgeschäft geht weiter

Ungeachtet dessen gehe das Tagesgeschäft weiter, sagte Heyden. Die Auftragslage sei gut und die Gehälter für die etwa 480 Mitarbeiter derzeit gesichert. Das am Neuen Markt gelistete Aachener Unternehmen war im dritten Quartal 2001 in die Verlustzone gerutscht. Der Periodenverlust wurde mit 4,9 Mill. Euro beziffert nach einem Gewinn von 3,8 Mill. Euro im Jahr zuvor. Elsa hatte den Fehlbetrag mit Lieferengpässen gegen Quartalsende nach Überschwemmungen in Taiwan und der rückläufigen Konjunktur nach den Anschlägen in den USA begründet.

Die Elsa-Aktie fiel am Nachmittag über fünf Prozent auf 1,11 Euro.(APA/Reuters)

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