Freigabe von Studiengebühren stößt auf breite Ablehnungsfront

7. Februar 2002, 15:57
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Grünewald: "Streichen, nicht freigeben"

Wien - Auf eine breite Ablehungsfront stößt der Vorschlag von Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl, die Höhe der Studiengebühren von den Unis selbst bestimmen zu lassen. Nach Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) und SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Andrea Kuntzl sprachen sich auch der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald, und der Tiroler Arbeiterkammer-Präsident Fritz Dinkhauser gegen eine solche Freigabe aus.

"Statt der Freigabe der Studiengebühren sollte die ersatzlose Streichung vorgenommen werden", sagte Grünewald in einer Aussendung am Donnerstag. Eine Freigabe würde dazu führen, dass jene Fächer, die kaum Drittmittel lukrieren könnten, "wesentlich teurer" würden. Betroffen wären vor allem geistes- und sozialwissenschaftliche Fächer, "also jene, die sich tendenziell kritisch zu gesellschaftlichen Entwicklungen äußern", so der Mandatar.

"Wer für eine Freigabe der Studiengebühren plädiert, will in Wirklichkeit ein Feudalstudium nach Muster der USA", kritisierte Dinkhauser. Faktum sei, dass auch jetzt schon immer weniger junge Menschen aus einfachen Verhältnissen die Möglichkeit zum Studium hätten. Dies würde etwa durch den Rückgang bei den Neuzulassungen an den Unis belegt. Dinkhauser forderte "einen Aufschrei der Familienpartei ÖVP". Die Aussagen Leitls bezeichnete Dinkhauser als "unausgereift und absurd", die "bestenfalls als Faschingseinlage" durchgehen könnten. (APA)

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