USA wollen Regimewechsel im Irak auch im Alleingang erzwingen

7. Februar 2002, 15:22
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Powell: Alle Optionen geprüft - Arabische Liga hofft auf positive Gespräche UNO-Irak

Washington - Die USA wollen gegebenenfalls auch im Alleingang einen Regimewechsel im Irak herbeiführen und überprüfen zu diesem Zweck alle denkbaren Optionen. Wie Außenminister Colin Powell am Mittwochabend (Ortszeit) vor dem Außenpolitischen Ausschuss des Repräsentantenhauses in Washington mitteilte, bestehen die USA auf der sofortigen Rückkehr der UNO-Rüstungsinspektoren in den Irak. Präsident George W. Bush lasse "keinen Stein auf dem anderen", um Möglichkeiten auszuloten, wie auf einen anhaltenden Widerstand des irakischen Staatschefs Saddam Hussein zu reagieren sei.

"Notwendigkeit eines Regimewechsels im Irak"

"Wir sind immer noch von der Notwendigkeit eines Regimewechsels im Irak überzeugt, und wir freuen uns auf den Tag, wenn dort eine demokratische und repräsentative Regierung Frieden mit den Nachbarn schließt und das Land in die Staatenfamilie zurückführt", sagte Powell. Gespräche bei den Vereinten Nationen, wie der Irak sie kürzlich vorgeschlag hat, lehnte der US-Außenminister ab. Erst dürften die UNO-Kontrollore in ihrer Arbeit nicht mehr behindert werden.

Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa, hofft angesichts der wachsenden amerikanischen Drohungen gegen die Führung in Bagdad auf schnelle und positive Gespräche zwischen den Vereinten Nationen und dem Irak, um die zunehmenden Drohungen der USA gegen den Irak zu zerstreuen. Das Beste für den Irak und die UNO sei es, den Dialog wieder aufzunehmen, sagte Mussa bei einem Besuch der Universität Berkeley im US-Staat Kalifornien.

US-Präsident George W. Bush hatte den Irak, den Iran und Nordkorea als "Achse des Bösen" bezeichnet und ihnen vorgeworfen, nach Massenvernichtungswaffen zu streben. Die USA haben eine Militärschlag gegen den Irak nicht ausgeschlossen, sofern es nicht zu einem Machtwechsel in Bagdad kommt.

Dialog über UNO-Waffeninspektionen

Mussa hatte UNO-Generalsekretär Kofi Annan eine Nachricht des irakischen Präsidenten Saddam Hussein übermittelt, in der dieser die Wiederaufnahme des Dialogs über UNO-Waffeninspektionen anbot. Die UNO-Waffeninspektoren hatten den Irak 1998 mit der Begründung verlassen, sie seien in ihrer Arbeit behindert worden. Auf das jüngste Gesprächsangebot Bagdads hatten die USA mit Skepsis reagiert. Die US-Regierung schloss einen Militärschlag gegen den Irak nicht aus, um Entwicklungsprogramme für atomare, biologische und chemische Waffen zu stoppen. Mussa bekräftigte, dass die arabischen Staaten keinerlei Militärschlag gegen ein arabisches Land zustimmen würden, dies schließe den Irak ein.(APA/AP)

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